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Kamp-Lintfort
Abriss der Bunten Riesen ist gestartet

Kamp-Lintfort: Abriss der Bunten Riesen ist gestartet
Die Stadt hatte Bürger im Rahmen des Städtebautages zur Baustellen-Führung eingeladen. Das Interesse war groß. FOTO: kdi
Kamp-Lintfort. Ein Bauunternehmen demontiert zurzeit die asbesthaltigen Außenplatten an den Hochhäusern. Von Sabine Hannemann

Treffpunkt 10 Uhr, Baustelle Rathausquartier in Kamp-Lintfort. Die Resonanz fiel entsprechend aus, denn direkte Nachbarn wie auch die Bürgerschaft wollten wissen, wie das neue Stadtquartier nach dem Rückbau der so genannten "Bunten Riesen" aussehen soll. Monika Fraling, Leiterin des Planungsamtes, und ihr Kollege Arne Gogol, zuständig auch für die Fördermittel, informierten zu dem aktuellen Sachstand. In einem Rückblick erinnerte Monika Fraling an den Bau der Bunten Riesen zu Beginn der 1970er Jahre auf dem ehemaligen Wilhelmsplatz. Zunächst funktionierte die Anlage mit rund 200 Wohneinheiten gut. Attraktiv sei der Zuschnitt der Wohnungen gewesen. Jahrzehnte später glänzte die gesamte Immobilie durch steigenden Leerstand. Besitzer wie die Nau-Holding waren schwer greifbar. Mit Geldern vom Land gelang es der Stadt, im Rahmen der Zwangsversteigerung ab 2015 die Planung in die Hand zu bekommen.

Derzeit ist das Düsseldorfer Planungsbüro SakostaCau mit der Schadstoffsanierung und dem Rückbau beschäftigt. "Der Begriff der Schadstoffsanierung ist irreführend", sagte Bauleiter Ingo Paßlick. Die asbesthaltigen Außenplatten werden von oben nach unten demontiert und einem Lastenaufzug bei einer Zuladung von 1,5 Tonnen nach unten transportiert. Das Material wird entsorgt. "Die verbaute Mineralwolle kann ebenfalls Gefahrenstoffe enthalten", so Paßlick. Damit Gefahrenstoffe wie auch Faserpartikel erst gar nicht in die Umwelt gelangen, arbeitet eine Maschine auch am Wochenende. Geräusche, die die Nachbarschaft stören. "Wir schlucken schon eine Menge", sagte eine Anwohnerin.

Um die Geräuschkulisse noch weiter zu reduzieren, soll die Maschine ummantelt und am Wochenende mit Rücksicht auf die Anwohner gedrosselt werden, so Paßlick über die zusätzliche Schalldämmung. Bis Ende 2017 soll die Schadstoffsanierung beendet sein, im Anschluss erfolgt der Rückbau mit einem Longfrontbagger. "Wir werden keine Sprengung im Stadtinneren mit dichter Wohnbebauung durchführen, da die Erschütterungen zu stark sind", sagt Paßlick zur Vorgehensweise. Zum Zeitplan ergänzte Arne Gogol, dass der Rückbau der Margrafenstraße 13 bis 19 Mitte 2018 beendet sein soll. In diesem Herbst erfolge die Frontsanierung der Kamperstraße 20. "Wir hoffen, dass wir mit dem Neubau 2020 im Quartier durch sind", so Gogol zur Zeitschiene. Alter Wohnraum soll durch neue, altengerechte Wohneinheiten ersetzt werden. Fraling: "Wir befinden uns in einer 1A Wohnlage, die gut nachgefragt ist. Gewerbe bietet sich hier nicht so an." Maximal viergeschossig sollen die neuen Häuser werden, um sich besser an vorhandene Bauten anzupassen. Angedacht sind 30 bis 50 Wohneinheiten, so der aktuelle Stand. Das so genannte Terrassenhaus bleibt zunächst und soll in das Bild integriert werden. Die so genannten Stadthäuser zur Margrafenstraße hin sollen mit bis zu 18 Wohneinheiten dreigeschossig errichtet werden. Die Bauten zur Wilhelmstraße, so der Plan, sollen als Mehrfamilien gebaut und sozial gefördert werden. Aktuell sind die Investoren, Tecklenburg, Awo-Kreisverband und ein Bauunternehmen aus Bottrop-Kirchhellen, im Boot. Der Wochenmarkt wird ab Sommer/Herbst auf den Prinzenplatz verlegt. Der Bebauungsplan wird heute im Stadtentwicklungsausschuss erörtert. Fraling: "Ich stelle mir eine Bürgerinfo noch vor der Sommerpause vor, um die Meinung und die Nachfrage nach Wohnraum aus der Bevölkerung zu hören."

Quelle: RP
 
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