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Kamp-Lintfort
Alchemie der Klänge im Forum

Kamp-Lintfort. Konzert von "In Albedo" auf der Muziek Biennale im Diesterweg-Forum.

Mit "Alchemie der Klänge" war das Konzert von "In Albedo" im Rahmen der Musiek Biennale im Diesterweg-Forum sinnfälliger Weise überschrieben. "Der Bandname", so die Bandleaderin Leva Marija Baranauskaite, "ist dem Lateinischen 'albedo' entnommen und heißt so viel wie Weisheit. 'Albedo' bezeichnet aber auch eine Phase der Alchemie und verkörpert darin den Prozess der Verwandlung vom Dunklen ins Helle, vom Schwarzen ins Weiße." Auch dazu hilft ein Blick ins Deutsch-Lateinische Wörterbuch: "Albus" heißt nämlich übersetzt weiß.

Die Gruppe "In Albedo" wolle mit ihrer Musik eine Art Läuterung des Inneren des Menschen erzielen, vergleichbar der aristotelischen Katharsis, der Seelenreinigung mittels Theater. Mit diesem intellektuellen Anspruch geht das junge litauische Trio auf die Suche nach einer musikalischen Verbindung, indem es kombiniert, was sich eigentlich nicht kombinieren lässt, und trennt, was sich eigentlich auch nicht trennen lässt. So entsteht ein Sound, der zwischen Jazz, Pop, Elektronik und Avantgarde angesiedelt ist.

Doch nicht nur Musikrichtungen variiert die Band, sondern auch seine Besetzung und das Zusammenspiel. Beim Diesterweg-Konzert war neben der Baranauskaite, die als Komponistin, Sängerin und Keyboarderin in Erscheinung trat, ihr Bruder Mikolas an der Gitarre und Justinas Jelies am Schlagzeug zu hören. Ferner verstärkt sich die Gruppe zu einem Sextett oder wie am Donnerstag mit dem Kontrabassisten Achim Tang und dem Saxofonisten André Meisner zu einem Quintett. So verschafft sich das Trio bei seinen Konzerten stets eine besondere Laborsituation und entwickelt somit facettenreiche Klanggebilde.

Nutznießer dieser Vortragsart ist das Publikum, dem das rund einstündige Konzert in dem architektonisch wie akustisch hervorragend dafür geeigneten Konzertsaal der Volkshochschule wie im Fluge verging. Viele der eigenkomponierten Songs klangen, als würde man sie kennen, so bei "Three Seasons" im tanzbaren Bossa-Nova-Stil, aber auch beim Schlusssong "The Nightingale". Das Publikum spendete viel Applaus.

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