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Kamp-Lintfort
Anwohner leiden unter Lkw-Lärm

Kamp-Lintfort: Anwohner leiden unter Lkw-Lärm
Die Grünen hatten im Sommer auf den Missstand aufmerksam gemacht: Zweiter und dritter Bauabschnitt im Stadtquartier Moerser Straße West werden über die verkehrsberühigte Walkenriedstraße erschlossen. Die Anwohner klagen über einen hohen Schwerlastverkehr und fordern die Verlegung der Baustellenstraße. FOTO: Archivfoto
Kamp-Lintfort. Die Anlieger-Initiative protestiert weiter gegen den Schwerlastverkehr auf der Walkenriedstraße. Für Dezember ist eine Anwohnerversammlung geplant. Bürgermeister und Fraktionen sind eingeladen. Von Anja Katzke

Der Unmut der Anwohner an Walkenried-, Volkenrodastraße sowie am Amelungsborn wächst: Seit Juli leiden die Bewohner des neuen Stadtquartiers Moerser Straße West unter einer starken Lärm- und Lkw-Belastung. Die Walkenriedstraße ist die einzige Zufahrt zum Baugebiet an der Moerser Straße West. Aktuell werden dort der zweite und dritte Bauabschnitt erschlossen. Es hat sich eine Anwohner-Initiative gegründet. Bei einem Treffen Anfang November formulierte sie einen Fragenkatalog, den die Verwaltung beantworten soll.

Die nächste Anwohnerversammlung ist für Mittwoch, 13. Dezember, im Caritas-Seniorenzentrum St. Josef anberaumt. Wie Sprecher Hans-Peter Niedzwiedz gestern mitteilte, hat Bürgermeister Christoph Landscheidt seine Teilnahme angekündigt. Das dürfte die Gemüter ein wenig beschwichtigten. Die Anwohner hatten es bislang sehr bedauert, dass es noch zu keinem Treffen mit dem Bürgermeister und Mitarbeitern der Stadtverwaltung in ihrer Sache gekommen war. Wie aus einem Protokoll des letzten Treffens hervorgeht, hätten sie sich in einem für sie berechtigten Anliegen nicht ernst genommen gefühlt.

Die Anwohner wollen vor allem erläutert haben, warum die Zufahrt in ein so großes Baugebiet nur über eine einzig Straße, nämlich die Walkenriedstraße, ermöglicht wird und die Stadtverwaltung keine weiteren Zufahrten geplant habe. Außerdem möchten sie wissen, ob bei der Planung berücksichtigt worden sei, dass vor allem ältere Menschen in das bestehende Wohnquartier gezogen seien - besonders wegen der verkehrsberuhigten Wohnlage und der Nähe zu einer stationären Altenpflegeeinrichtung. Im Fragenkatalog werfen die Anwohner der Stadtverwaltung vor, dass sie in den Monaten Juli bis September ohne vorherige Information einem für sie unerwarteten Schwerlastverkehr mit hohen Lärm- und Schmutzbelästigungen ausgesetzt worden seien. Nun wollen sie wissen, mit welchen weiteren intensiven Bauphasen sie noch zu rechnen haben.

Einige Anwohner hätten außerdem Rissbildungen an den Wänden ihrer Wohnungen festgestellt. Die Stadtverwaltung soll nun klären, ob diese durch die Lkw-Fahrten und den Einsatz von schweren Geräten verursacht wurde, da die Häuser zeitweise doch stark vibrieren würden, und wer die Reparaturkosten dafür trägt. Auch Schallschutz ist für die betroffenen Anwohner ein großes Thema. Sie fragen nach einem Schallgutachten für die Häuser im vorderen Bereich des Neubaugebietes. Hans-Peter Niedzwiedz, Sprecher der Anwohner-Initiative, berichtete im Gespräch mit dem Grafschafter, dass inzwischen viele Anwohner nicht nur den Verlust von Wohnqualität beklagen, sondern auch einen Wertverlust ihrer erworbenen Immobilien befürchten.

Zur Anwohnerversammlung am 13. Dezember sind die im Stadtrat vertretenen Fraktionen eingeladen. Einzige Fraktion, die sich zum Thema geäußert hat, sind die Grünen. Sie kritisierten ebenfalls, dass die Baustellenzufahrt über die Walkenriedstraße verläuft. Diese sei neu gebaut und nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt. Sie rechnen mit Straßenschäden, deren Wiederherstellung teurer werden könnte als eine eigens angelegte Baustraße.

Quelle: RP
 
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