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Kamp-Lintfort
Auf Achse für den Tierschutz auf Santorini

Kamp-Lintfort: Auf Achse für den Tierschutz auf Santorini
FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Das Kamp-Lintforter Ehepaar Angelika Kaiser und Mike Peun plant einen Hilfstransport für einen Esel-Gnadenhof und ein Tierheim auf der Insel Santorini. In einem 40-Tonnen-Lkw will Peun im Juni Tierfutter, einen Stall und noch viel mehr auf die Insel bringen. Von Anja Katzke

"Santorini ist unsere Insel", schwärmen Angelika Kaiser und Mike Peun. "Die Kultur ist einzigartig. Die Orte sind auf Kraterwänden gebaut. Wunderbar." Seit 2012 reisen sie jedes Jahr auf die griechische Insel. Auch dieses Jahr ist sie das Ziel des Ehepaares aus Kamp-Lintfort - allerdings nicht gemütlich im Flugzeug. Kaiser und Peun machen sich in einem 40-Tonnen-Lkw auf den Weg nach Griechenland - über Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Der Lkw soll bis Anfang Juni mit Tierfutter und Materialien für den Aufbau eines Tierheims beladen sein. "Es ist ein Hilfstransport für die Fellnasen auf Santorini", sagt Mike Peun.

Das Kamp-Lintforter Ehepaar hat sich bisher nie aktiv im Tierschutz engagiert. "Wir unterstützen den hiesigen Tierschutzverein als zahlende Mitglieder und bringen Futterspenden zu einer privaten Katzenhilfe im Niersenbruch. Aber das war's auch", erklärt das Kamp-Lintforter Ehepaar. Der letzte Urlaub auf Santorini änderte das jedoch, als Peun und Kaiser das Elend der Tiere hinter der Schönheit der Touristen-Insel entdeckten. Ein Besuch im Tierheim gab den Ausschlag, selbst ein großes Tierschutzprojekt zu planen und in die Tat umzusetzen.

"In unserem Hotel lief eine Katze mit einem lahmen Bein herum. Wir haben gefragt, ob es denn keinen Tierarzt gebe." So erfuhr das Ehepaar, dass es auf der Insel ein Tierheim gibt. "Dort sind mehr als 300 Hunde untergebracht. Zehn bis 15 Esel erhalten dort ihr Gnadenbrot", erzählt Angelika Kaiser. Auf Santorini tragen Esel vor allem die Kreuzfahrttouristen vom Hafen Thira über steile Kopfsteinpflasterwege hinauf zur Hauptstadt Fira und wieder hinunter. "Santorini ist eine Saisoninsel. Von Mai bis Oktober werden die Tiere angefüttert. Danach werden die Esel, die nicht mehr gebraucht werden, einfach irgendwo angebunden oder zum Gnadenhof gebracht", erzählt Angelika Kaiser.

In der dortigen Tierherberge kümmere sich lediglich eine junge Frau um die Tiere. Die Anlage sei von der Gemeinde nur geduldet. "Ich habe meinen Mann nach einem Besuch in dem Tierheim gefragt, ob wir nicht etwas machen können", erzählt Angelika Kaiser. Mike Peun hatte die Idee, einen Hilfstransport zu realisieren. "Lass uns doch das machen, was ich am besten kann. Und das ist Lkw-Fahren, sagte ich zu meiner Frau. Das ist mein Beruf." Im November nahmen die Planungen Fahrt auf: Als erstes schrieb das Paar den Tierschutzverein Santorini an, der in Mainz seinen Sitz hat. Man tauschte sich über Hilfsmöglichkeiten aus. Mike Peun konnte außerdem seinen Arbeitgeber, die Firma Kempen Transport, für das Projekt gewinnen. "Mein Chef fand, dass es eine gute Idee ist, und hat uns seine Unterstützung zugesagt", erzählt der Kamp-Lintforter. Peuns Arbeitgeber stellt das Fahrzeug zur Verfügung. Anfang Januar ging die Facebookseite "Auf Achse für die Fellnasen von Santorini" online, auf der das Ehepaar auf sein Projekt aufmerksam macht und um Spenden wirbt. Die Resonanz sei positiv. "Online gibt es eine große Bereitschaft, uns zu folgen", erzählt Peun. Dabei belässt es das Paar nicht. "Ich habe angefangen, Klinken zu putzen", erzählt Angelika Kaiser. Sie ruft Futterfirmen an, fährt die Reiterhöfe in der Region ab und bittet dort um Unterstützung. "Auf einem der Höfe bin ich einer netten Dame begegnet, die spontan ein Halfter und Salzstein gekauft hat. Da hatte ich doch Gänsehaut", erzählt Kaiser. "Ab dem 1. April steht für uns bei Thiel ein 20-Fuß-See-Container zur Verfügung, den wir als Lagerraum für die Spenden nutzen können", freut sich Mike Peun. Das Ehepaar hofft, dass sich ihnen viele Helfer anschließen und beispielsweise wetterfeste Wärmedecken, Salzlecksteine, Futter, Pellets, Vitamine sowie Pflegematerial spenden. "Wir freuen uns auch über Trockenfutter für die Hunde und Katzen. Der Gnadenhof benötigt alles." Das Tierheim musste laut Mike Peun in der Zwischenzeit seinen angestammten Platz verlassen. Es wird an einem neuen Standort aufgebaut. Anfang Juni soll der Transport starten. Die Route steht. Das Ehepaar, das mit dem Tierschutzverein Santorini kooperiert, opfert dafür seinen dreiwöchigen Urlaub. Auch Geldspenden sind willkommen: Tierschutzverein Santorini , Volksbank Alzey-Worms, IBAN: DE76550912000083679409, Stichwort: Tierheimaufbau Geli + Mike.

Quelle: RP
 
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