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Tierheim in Kamp-Lintfort
Ausgesetzte Hunde suchen Herrchen

Tierheim in Kamp-Lintfort: Ausgesetzte Hunde suchen Herrchen
Das Foto entstand gestern, nachdem die beiden Hunde gesäubert worden waren. Inzwischen sind die Tiere in einem stabilen Zustand. FOTO: Tierherberge
Kamp-Lintfort. Den beiden Hunden, die verwahrlost vor dem Tierheim in Kamp-Lintfort ausgesetzt wurden, geht es den Umständen entsprechend gut. In der Tierherberge haben sie sich bereits etwas erholt. Es besteht Hoffnung, dass sie schon bald vermittelt werden können. Von Jürgen Stock

In der Tierherberge Kamp-Lintfort steht das Telefon nicht still. Kaum eine Minute vergeht, ohne dass sich nicht ein Anrufer nach dem Zustand der beiden jungen Hunde erkundet, die am Sonntag in einem fürchterlichen Zustand am Rande der Müllentsorgungsanlage Asdonkshof ausgesetzt worden war. "Viele Menschen fragen, wie sie helfen können ", berichtet Betreuerin Katharina Schoth. Für sie hat sie eine gute Nachricht: "Die Tiere erholen sich schnell, aber für Hilfe sind wir natürlich immer dankbar", sagt sie.

So sah einer der Hunde am Sonntag aus. FOTO: Tierherberge

Am Sonntag hatten Passanten eine Box mit der etwa eineinhalb Jahr alten Hündin und dem vermutlich etwas älteren Rüden an der Müllverbrennungsanlage Asdonkshof gefunden. Vermutlich handelt es sich um Mischlinge mit einem Cocker / Cavalier-King-Charles-Anteil. Die Tiere waren in einem erbärmlichen Zustand: bis auf die Knochen abgemagert und mit einem so stark verkoteten Fell, dass die Hinterbeine zusammenklebten und die Hunde nicht mehr alleine stehen konnten.

"Wir haben sie dann erst mal von dem Dreck befreit und abgeschert. Die Kot-Fell-Mischung, die dabei anfiel wog rund zehn Kilo - mehr als die Hunde selbst wogen", berichtet Schot. "Zudem war das Fell von Ungeziefer durchsetzt und die Pfoten wund." Der Zustand der Tiere, so die Betreuerin, deute darauf hin, dass die Tiere längere Zeit nicht mehr ans Freie gekommen seien."

Besonders in den sozialen Medien erlebte die Tierherberge eine atemberaubende Resonanz auf das Schicksal der jungen Hunde. Ein entsprechender Beitrag wurde bis gestern rund 12.000 Mal geteilt. Inzwischen hat die Tierhilfsorganisation Peta eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für die Ermittlung des Besitzers ausgesetzt. Er muss mit einem Verfahren wegen Tierquälerei rechnen. Doch bislang fehlt jeder Hinweis auf den Halter.

Unterdessen hat es den Anschein, als ob sich die beiden Hunde erstaunlich schnell von den Strapazen erholen. "Sie sind schon sehr zutraulich und schienen ein aufgeschlossenes Wesen zu haben", berichtet Schoth. Eine Weile müssen die beiden Tiere noch in Quarantäne bleiben. Dann folgen Impfungen, ehe sie gemeinsam mit den anderen Hunden ausgeführt werden sollen. Auch eine Namen haben die Tiere noch nicht. Sobald sie sich erholt haben, wird ein neues Herrchen gesucht.

Die Chancen für eine erfolgreiche Vermittlung stehen nicht schlecht. Etliche Facebook-Nutzer hatten bereits angeboten, die Tiere bei sich aufzunehmen. Auch die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit stimmen Katharina Schoth optimistisch: Von den 103 vernachlässigten Malteser- und Yorkshire-Hunden, die im Februar aus einer Wohnung in Schermbeck geholt und nach Kamp-Lintfort gebracht worden waren, haben 97 ein neues Heim.

Quelle: RP
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