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Kamp-Lintfort
Bahntochter und Schule kooperieren

Kamp-Lintfort: Bahntochter und Schule kooperieren
Sie waren bei der Unterzeichnung dabei: (hinten v.l.) Bernd Benninghoff (stellv. Schulleiter), Lea Hendricks, Kira Bachmann (alle Schüler), Monika Büchel (Kontaktlehrerin), Mehmet Krasniqi (Schüler), Denny Dunkelmann, Christian Küster (beide Schenker), (vorne v.l.) Bürgermeister Christoph Langscheidt, Barbara Mennekes (Schulleiterin), Frank Vanhofen (Leiter Personalmanagement Duisburg bei DB Schenker Rail AG. FOTO: Stoffel
Kamp-Lintfort. Die Logistiktochter der Deutschen Bahn, DB Schenker, und die Kamp-Lintforter Europaschule unterzeichnen einen Kooperationsvertrag, um Schülern den Einstieg in die Ausbildung zu erleichtern. Von Peter Gottschlich

Gestern setzten die DB Schenker AG und die Europaschule ein gemeinsames Projekt auf die Schiene. Frank Vanhofen, der Personalleiter der Duisburger Logistiktochter der Deutschen Bahn, und Barbara Mennekes, die Leiterin der Kamp-Lintforter Schule, unterzeichneten einen Kooperationsvertrag. Ziel der Vereinbarung ist es, den Schülern den Einstieg in die Ausbildung zu erleichtern und ihnen einen "höheren Praxisbezug" zu vermitteln. So heißt es im Vertrag, bei dessen Unterzeichnung auch Bürgermeister Professor Dr. Christoph Landscheidt anwesend war.

"Wir geben unsere Erfahrung weiter", sagt Frank Vanhofen. "Die wenigsten Schüler fangen bei uns eine Ausbildung an." Das war schon so, als die DB Schenker AG noch zusammen mit der Fridtjof-Nansen-Realschule in Walsum unterwegs war, bis die gemeinsame Fahrt endete, als diese Schule im Sommer 2015 schloss. "Von unseren Auszubildenden kamen immer nur zwei oder drei von dieser Schule", berichtet Denny Dunkelmann. Der DB-Schenker-Mitarbeiter für Qualifizierung und der Auszubildendenkoordinator Christian Köster besuchten dreimal im Jahr die Walsumer Realschule, wie sie jedes Jahr dreimal bei den anderen DB-Schenker-Kooperationsschulen in Köln, Dortmund und Hamm vorbeischauen.

An einem Elternabend informieren sie über die Berufswahlorientierung. An einem Vormittag erläutern sie Schülern, was Unternehmen von ihren zukünftigen Mitarbeitern erwarten. Dazu trainieren an einem Vormittag mit den Schülern, sich richtig zu bewerben und sich vorzustellen. Das soll auch in Kamp-Lintfort so sein. Der Elternabend ist für den 5. September geplant, die Berufswahlorientierung für Schüler für den 7. September. Im Frühjahr 2017 gibt es ein Bewerbungstraining, dessen genauer Termin noch nicht feststeht.

"Es ist etwas Anderes, wenn jemand aus der Praxis etwas erzählt oder ich", berichtet Monika Büchel darüber, wie Schüler die Aussagen von Praktikern für glaubwürdiger als die von Lehrern halten. "Dann geht es den Schülern nicht hier rein und dort raus." Die Berufswahlkoordinatorin, die bis zu den Sommerferien noch stundenweise an der Walsumer Realschule arbeitete, brachte den Kontakt zu DB Schenker mit nach Kamp-Lintfort.

Dort versuchte sie den Zug "Kooperation" erneut auf die Schiene zu setzen, was gelang. "Wir bereiten die Kinder frühzeitig auf den Beruf vor", unterstreicht Bernd Benninghoff als stellvertretender Schulleiter. "Die Kooperation ist ein weiterer Baustein." Wie andere Sieben- und Achtklässler besuchen die Europaschüler Berufsschnuppertage, haben das Unterrichtsfach Arbeitslehre und Wirtschaft oder bekommen eine persönliche Potentialanalyse. Wie andere Neuntklässler absolvieren sie unter anderem ein dreiwöchiges Praktikum und besuchen das Berufsinformationszentrum.

Für die DB Schenker AG, die von Duisburg aus den Güterverkehr der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen koordiniert, steht die Kooperation auch für verantwortliches Handeln, wie Frank Vanhofen betont. "Wir helfen den Schülern dabei, zu lernen, dass sie ihr Leben gestalten können", sagt der Personalleiter. "Dazu können wir Kontakte zu den anderen Unternehmen der Deutschen Bahn herstellen." Schließlich zählt die DB mit 300.000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Bundesrepublik. Alleine DB Schenker Duisburg hat 250 Auszubildende, die zum Beispiel einmal Industriemechaniker, Lokführer oder Bürokaufleute werden wollen.

Quelle: RP
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