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Kamp-Lintfort
Barbaramarkt setzt auf Tradition

Kamp-Lintfort: Barbaramarkt setzt auf Tradition
An 30 Buden konnten die Besucher des Barbaramarkts stöbern und Einkaufen. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. In diesem Jahr stand der adventliche Markt an der Marienkirche in Kamp-Lintfort wieder im Zeichen von Kindern, Kirche und Bergbau. Von Peter Gottschlich

"Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt." Bergleute der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition sangen das Steigerlied, nachdem Pfarrer Karl Josef Rieger den Barbarmarkt an der Marienkirche offiziell eröffnet hatte. Der Markt stand unter dem Motto "Helles Licht bei der Nacht", das der Steiger schon "angezünd't" hat, wie es in der ersten Strophe des Liedes heißt. Passend dazu waren Sterne und Lichtbänder auf dem großen Förderturm das erste Mal angeschaltet, nachdem sie zu Weihnachten 2012 das letzte Mal geleuchtet hatten. "Das ist ein schönes Zeichen", fand Hans-Peter Niedzwiedz als Initiator und Mitorganisator des vorweihnachtlichen Marktes.

"Helles Licht bei der Nacht" war auch der Titel der Bilderausstellung, die zum 21. Barbaramarkt zu sehen war. Auf sechs Fotos, die auf plakatgroße Leinwände gedruckt waren, konnten die Besucher entdecken, wie Kumpel in den 50er- und 60er Jahren unter Tage hart im Stollen und vor der Kohle malochten. "Das hat den menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert", sagte Hans-Peter Niedzwiedz. Er hat zusammen mit Yvonne Willicks zum Barbaramarkt die Bildbroschüre "Helles Licht bei der Nacht" herausgegeben, die Besucher gegen eine Spende erwerben konnten. Niedzwiedz und die Hamburgerin, die in Kamp-Lintfort groß geworden ist und heute die Servicezeit beim Fernsehsender WDR 3 moderiert, trugen zur Eröffnung jeweils einen Text aus der 32-seitigen Broschüre vor, er über ein Leben ohne Licht und sie über das, was die Bergleute alles konnten.

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Yvonne Willicks stand anschließend am Reibekuchenstand, wie schon beim 20-jährigen Geburtstag des Barbaramarkts 2016. "Die Reibekuchen sind aus frisch geriebenen Kartoffeln hergestellt", versicherte die gelernte Hauswirtschafterin. "Sie schmecken wirklich lecker."

30 Buden waren aufgebaut, sowie eine Bühne vor dem Kindergarten St. Marien. Wie im letzten Jahr, als das ehemaligen Gotteshaus und der Glockenturm erstmals angestrahlt waren, gab es diesmal neben den Bergarbeiterplakaten zwei weitere Neuigkeiten. "Wir schenken zum ersten Mal weißen Glühwein aus", berichtete Kindergartenleiterin und Mitorganisatorin Manuela Kempken. "Außerdem können Kinder im Diesterwegforum das Theaterstück Frederick sehen. Ursprünglich war nur eine Aufführung mit 120 Kindern geplant. Aber der Andrang war so groß, dass wir am Sonntag eine zweite Aufführung angesetzt haben."

Neben diesen Neuigkeiten setzten die Organisatoren des Barbarmarktes auf Tradition, wobei sie besonders die Kinder im Auge haben, die so zahlreich an der Marienkirche sind wie auf keinem der anderen vorweihnachtlichen Märkte in der Stadt. Zum Beispiel luden die Eltern der Kindergartenkinder wieder ein, im einstigen Gotteshaus aus Lebkuchen ein Hexenhaus zu bauen. Die Pfadfinder lockten mit einem Stockbrotbacken. Oder der Kindergarten bot ein Kinderschminken an, das zum Theaterstück "Frederick, die Geschichte einer Maus" passte.

Dazu ist der Barbaramarkt ein Punkt, an dem sich Gläubige treffen, die einmal in der einstigen Pfarrgemeinde Marien aktiv waren, beispielsweise bei den Pfadfindern oder im Pfarrgemeinderat.

Quelle: RP
 
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