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Kamp-Lintfort
Bauern wollen mehr Anerkennung

Kamp-Lintfort: Bauern wollen mehr Anerkennung
Günther Wanitschke (links), Margot Meetschen und Bürgermeister Christoph Landscheidt FOTO: crei
Kamp-Lintfort. Günther Wanitschke erzählt gerne von der Radtour der Stadt, die im letzten Sommer auch zu seinem Hof in Saalhoff führte. "35 Radfahrer waren da", erinnert sich der 63-jährige Landwirt, der Vorsitzender der Ortsbauernschaft Kamp-Lintfort ist.

"Wir konnten den Besuchern zeigen, wie wir Lebensmittel vor Ort produzieren, und deutlich machen, dass wir unsere Tiere vernünftig behandeln. Denn ein Tier kann nur Leistung bringen, wenn es wohlfühlt."

Die Fahrradtour, zu der Ortsbauernschaft Kamp-Lintfort und Stadt in diesem Jahr erneut einladen, ist ein Baustein des Konzepts, mit dem die Landwirte mit den Verbrauchern in Dialog kommen wollen. Ein weiterer ist eine Plakatausstellung, die von der Kreisbauernschaft und den Landfrauen konzipiert wurde. Gestern wurde die Wanderausstellung von Bürgermeister Christoph Landscheidt, Günther Wanitschke und Margot Meetschen als Ortslandwirtin eröffnet.

Sie ist bis zum 1. April im Foyer des Rathauses zu sehen und trägt den Titel "Dialog Verbraucher- Landwirtschaft". Auf zehn Plakattafeln können sich Interessierte über die Fleischtierhaltung, die Milcherzeugung und den Getreideanbau informieren. Auf Informationsblättern können sie außerdem etwas über einzelne Produktionen erfahren, beispielsweise über den Rapsanbau oder die Rinderhaltung.

"Mittlerweile gibt es Menschen, die meinen, Milch würde aus dem Kühlregal bei Aldi, Real oder Edeka kommen", sagt der Vorsitzende der Ortsbauernschaft, der auf seinem Hof Milchkühe, Bullen und Schweine hält. Da viele nichts über die Produktion von Lebensmitteln wüssten, sei die Anerkennung gesunken, die Bauern entgegengebracht worden sei, beklagt der staatlich geprüfte Landwirt. "Im Moment werden wir von allen Seiten geknebelt", sagt er: "Durch die Gesetzgeber genauso wie durch Handelsketten. Dazu kommt der Russlandboykott."

So sind die Schweinepreise im Keller. "Für ein sechs bis sieben Monate Mastschwein bekommen wir 125 bis 130 Euro", berichtet Wanitschke. "Da bleiben keine zehn Euro zum Leben übrig." Auch die Preise, die Landwirte für Milch erzielen, bewegen sich seit über einem Jahr auf einem sehr niedrigen Niveau. "Wenn ein Landwirt in neue Ställe investiert hat, reichen 26 Cent pro Kilogramm Milch nicht aus", berichtet Margot Meetschen, die mit ihrem Mann Heiner einen Milchvieh- und Ackerbaubetrieb führt. Sie und ihr Mann stehen mit Kindergärten und Schulen in Kontakt, die ihren Hof besuchen, der im Süden von Kamp-Lintfort liegt. Die Ausstellung "Dialog Verbraucher - Landwirtschaft" ist bis zum 1. April im Foyer des Rathauses zu sehen. Es ist montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr geöffnet, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags 8 bis 12 Uhr.

(got)
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