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Kamp-Lintfort
Bei Schmidts sind Reparaturen Frauensache

Kamp-Lintfort: Bei Schmidts sind Reparaturen Frauensache
Anke Laux leitet zusammen mit ihrer Schwester Evelyn Ressel Elektro Schmidt an der Oststraße in Kamp Lintfort. 2004 haben die Töchter den Betrieb von ihrem Vater, Dieter Schmidt, übernommen. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Elektro Schmidt feiert in einigen Tagen seinen 50. Geburtstag. Der Betrieb an der Oststraße ist besonders für die Reparatur von Elektrogeräten bekannt, aber auch neue und gebrauchte Anlagen können dort gekauft werden. Von Peter Gottschlich

Elektrogeräte wandern oft in den Schrott, wenn sie nicht mehr funktionieren. "Wenn eine Waschmaschine von Miele 800 Euro kostet und vier Jahre alt ist, lohnt sich eine Reparatur, wenn die Pumpe defekt ist", sagt Anke Laux. "Es ist immer Ermessenssache, ob es sich rentiert oder nicht." Zusammen mit ihrer Schwester Evelyn Ressel leitet sie Elektro Schmidt, einen Betrieb, der sich auf Kundendienst spezialisiert hat, aber auch neue und gebrauchte Elektrogroßgeräte sowie Ersatzteile verkauft. "Unser Vater Dieter Schmidt hat im September 1967 seinen Meisterbrief erhalten", erzählen die beiden Kamp-Lintforterinnen. "Damals war er 26 Jahre alt. Mit dem Meisterbrief hat er sich sofort selbstständig gemacht." Zunächst spezialisierte sich der Rheinkamper darauf, in Neubauten Kabel zu verlegen, Schaltschränke einzubauen und Steckdosen anzuklemmen. Das zentrale Lager für die Elektroinstallation der Gebäude richtete er an der Ringstraße in Kamp-Lintfort ein, wo heute das Friederike-Fliedner-Haus steht. 1987 verlegte er den Betrieb an die Oststraße. "Schon vor dem Umzug haben wir mit dem Verkauf und der Reparatur von weißer Großware begonnen", erzählt Monika Schmidt. "Zum Beispiel Waschmaschinen, Trockner, Durchlauferhitzer, Herde oder Kühlschränke." Sie arbeitete als Ehefrau von Dieter Schmidt im Büro des Betriebes mit.

Dieses doppelte Standbein hat sich bis heute nicht verändert, auch als die Töchter den Betrieb im Januar 2004 übernahmen. "Zunächst haben unsere Eltern darüber nachgedacht zu verkaufen", erzählen Evelyn Ressel und Anke Laux. "Doch dann sind wir eingestiegen." Die 53-jährige Bürokauffrau ist seitdem für das Büro zuständig und sagt: "Ich könnte nicht in der Werkstatt arbeiten." Die 50-jährige Einzelhandelskauffrau zeichnet für die Werkstatt verantwortlich und gesteht: "Das Büro ist nicht meine Welt."

So ergänzen sich die Beiden, deren Vater Dieter Schmidt noch weiter in der Werkstatt mithalf, bis er im Oktober 2016 verstarb. Zu der kleinen Geburtstagsfeier am 6. September will auch Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt im Betrieb an der Oststraße vorbeischauen. Dort arbeiten neben den beiden Inhaberinnen noch ein Meister, ein Geselle sowie zwei Auszubildende für Elektronik, Energie- und Gebäudetechnik. Auch Vertreter der Elektroinnung wollen die Feier besuchen, weil der Betrieb besonderen Wert auf die Ausbildung legt und immer mindestens einen Lehrling hatte.

Die beiden Inhaberinnen sehen die Zukunft der Elektro Schmidt Gesellschaft bürgerlichen Rechtes positiv. "Bei den Preisen können wir mit den großen Ketten wie Media-Markt oder Expert mithalten", meint Evelyn Ressel und wirft einen Blick auf die weiße Neuware von AEG-Zanuzzi, Bauknecht, Liebherr, Miele oder Siemens-Neff. "Das gilt allerdings nicht für die Angebote auf der ersten Prospektseite."

Sie und ihre Schwester halten außerdem den Kundendienst für ein sicheres Standbein. "Es gibt immer mehr hochwertige Elektrogeräte, für die sich Reparaturen lohnen können", sagt Anke Laux.

Quelle: RP
 
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