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Kamp-Lintfort
Beirat stellt Rewe-Bauvorhaben in Frage

Kamp-Lintfort: Beirat stellt Rewe-Bauvorhaben in Frage
Der Marktplatz schmiegt sich wie ein Dreieck in die Altsiedlung. Rewe möchte dort einen Supermarkt erbauen lassen. FOTO: C. Reichwein
Kamp-Lintfort. Plant Rewe den neuen Lebensmittelmarkt auf dem alten Markt in der Altsiedlung viel zu groß? Der Gestaltungsbeirat in Kamp-Lintfort zweifelt offenbar daran, wie das Bauvorhaben dort städtebaulich verträglich realisiert werden soll. Von Anja Katzke

Wochenlang haben die Bewohner der Kolonie im März das Für und Wider diskutiert. Am Ende sprach sich bei einer Bürgerumfrage eine Mehrheit für die Ansiedlung eines Rewe-Lebensmittelmarktes auf dem alten Marktplatz aus. Mit den Planungen und Entwürfen, die die Investoren für diesen Bereich vorgelegt haben, sind zurzeit die städtischen Gremien befasst - unter anderem auch der Gestaltungsbeirat. Nach RP-Informationen soll dieser das Bauvorhaben in seiner jüngsten Sitzung klar in Frage gestellt und an den vorgelegten Plänen der Bauherren gemäkelt haben. Die Mitglieder kritisierten offenbar, dass das Rewe-Bauvorhaben mit der aktuell geplanten Verkaufsfläche sehr groß sei und zweifelten, wie es sich städtebaulich verträglich auf dem Marktplatz realisieren lasse. Im Gremium sei unter anderem die wesentliche Bedeutung der Altsiedlung mit ihrem zentralen Platz betont worden, heißt es. Mit der Gestaltungs- und Erhaltungssatzung wurde dem Platz sogar ein hoher Schutzwert zugesprochen. Der vorgelegte Entwurf sei noch weit von einer städtebaulichen Einbindung des Supermarktes in die Kolonie entfernt, hieß es.

Die Essener Thelen-Gruppe beabsichtigt, für Rewe Dortmund einen modernen Lebensmittelmarkt auf dem Marktplatz in der Altsiedlung zu errichten, nachdem sie für das Gebäude des ehemaligen Netto-Ladens keinen Nachmieter gefunden hatte. Der Neubau soll auf einer Verkaufsfläche von insgesamt 1600 Quadratmetern entstehen. Außerdem sind 80 Stellplätze eingeplant. In einer Bürgerversammlung erläuterten Vertreter der Thelen-Gruppe und von Rewe im März das Bauvorhaben. Der Platz an der Ebertstraße sei groß genug, um einen Vollsortimenter auf 1600 Quadratmetern zu eröffnen, hieß es damals. Die Fläche sei nötig, um 20.000 Artikel entsprechend präsentieren zu können. Eine Analyse habe ergeben, dass in der Altsiedlung ein ausreichendes Kundenpotenzial gebe.

Das Vorhaben wurde seinerzeit in der Altsiedlung kontrovers diskutiert. Insbesondere die Marktbeschicker sorgten sich damals um die Zukunft des Samstagsmarkts in der Altsiedlung. Sie sammelten 1700 Unterschriften gegen das Projekt. Ende März startete die Stadt Kamp-Lintfort eine Bürgerumfrage zur Zukunft des Alten Markts. 6220 Kolonie-Bewohner waren aufgerufen, sich an der Befragung zu beteiligen.

Die Teilnahme lag damals bei 43 Prozent. 71,4 Prozent sprachen sich für die Ansiedlung des Rewe-Marktes aus. Die Kritik aus dem Gestaltungsbeirat an dem Vorhaben dürfte Wasser auf den Mühlen der damaligen Kritiker sein. Einige plädierten dafür, einen anderen Standort für die Ansiedlung eines neuen Lebensmittelmarktes zu suchen.

Andere verwiesen ebenso wie jetzt der Gestaltungsbeirat auf die historische Bedeutung des alten Marktes. Nach RP-Informationen konnte der Investor bei einer Ortsbesichtigung des Marktplatzes an der Ebertstraße keinen exakten Lageplan vorlegen, aus dem hervorgeht, wie das Dreieck überhaupt bebaut werden soll, und was mit den erst vor wenigen Jahren angepflanzten Bäumen geschehen soll. Um das Bauprojekt und seine Dimensionen beurteilen zu können, soll der Gestaltungsbeirat genauere Pläne eingefordert haben. Der Beirat ist ein beratendes Gremium. Entscheidungen treffen Stadtentwicklungsausschuss und Rat.

Quelle: RP
 
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