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Kamp-Lintfort
Benefiz für die krebskranke Dilara: Rocker polieren ihr Image auf

Kamp-Lintfort. Mehr als 1000 Besucher kamen zur Veranstaltung des Motorcycle Clubs "Rhein Area". Die Polizei verzichtete auf großes Aufgebot. Von Peter Gottschlich

"Papa, wo ist die Gremium-Toilette?" Der kleine Junge, der am Samstagnachmittag die Frage stellte, fühlte sich in der Welt von schwarzen Harley Davidsons und Rockern in dunklen Lederklamotten sichtlich wohl. Er schaute sich noch kurz ein pechschwarzes Motorrad an, bevor sein Vater ihm die Toilette zeigte. Später ließ das Kind sich mit einem Trike großräumig um das Clubhaus Carthago fahren.

So wie der kleine Junge nahmen die Besucher, die am Samstag zur Benefiz-Veranstaltung "Hilfe für Dilara" gekommen waren, ein positives und freundliches Bild mit. Es dürften im Laufe des Tages gute 1000 gewesen sein, aber wohl nicht ganz die 2000, die Siggi Pfeffer schätzte. Der Präsident des "Gremium-Chapters Rhein Area" hatte die Idee gehabt, für die Familie der zweijährigen Dilara Banaszek zu sammeln, die an Krebs leidet (wir berichteten), und gleichzeitig das Image des Motorradclubs Gremium aufzupolieren, der unter besonderer Beobachtung der Polizei steht.

Mit Handzetteln und über Facebook hatten die Rocker für den Tag geworben. "Bei Facebook hatten wir 100.000 Likes", freute sich der Präsident. So rollten viele Rocker befreundeter Chapter an, zum Beispiel aus Viersen oder dem Gremiums-Gründungsort Mannheim. Dazu kamen etwa genauso viele "zivile Besucher", wie Nicht-Rocker in Rockerkreisen heißen.

Dabei haben die Gremium-Rocker nicht den besten Ruf. So waren Ende März rund 200 und Ende Juni rund 100 Polizisten im Einsatz gewesen, um in Verkehrskontrollen Personen zu überprüfen, die Gremium-Feiern hatten besuchen wollen. Am Samstag verzichtete die Polizei auf Kontrollen, nachdem es im Vorfeld ein Gespräch zwischen Vertretern von Gremium, des Ordnungsamtes und der Kreispolizei gegeben hatte. Die Polizei ließ am Samstag aber mehr Streifenwagen großräumig um das Carthago fahren als sonst, selbst wenn Siggi Pfeffer betont hatte: "Wir halten uns an alle Regeln."

Kamp-Lintforter Geschäftsleute hatten 300 Preise für eine Tombola gestiftet, Frauen der Rocker hatten selbst gebackenen Kuchen kostenlos mitgebracht, Trikefahrer kutschierten ihre Beifahrer für eine Spende herum, es gab Getränke und Gegrilltes. "Alle Gelder, die wir einnehmen, gehen zu 100 Prozent als Spende an die kleine Dilara", versicherte Siggi Pfeffer.

Quelle: RP
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