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Kamp-Lintfort
Betreuung für Flüchtlingskinder in Bunten Riesen

Kamp-Lintfort. Die Stadtverwaltung plant, in einer leerstehenden Wohnung der Bunten Riesen eine Betreuungsgruppe für Kinder aus Flüchtlingsfamilien einzurichten. In den Hochhäusern, die die Stadt im März ersteigert hatte und die bis 2016 abgerissen werden sollen, steht dafür eine Wohnung mit dreieinhalb Zimmern zur Verfügung. Es sollen dort zehn Plätze für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren eingerichtet werden. Die Stadt stellte das Vorhaben in der gestrigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor: Jugendämter können zur Betreuung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien Projektmittel abrufen.

Die Stadt ging ursprünglich für 2015 von einer Förderung von 18 000 Euro, für 2016 von 76 000 Euro aus. Gestern stellte sich allerdings heraus, dass das Land die Förderung gedeckelt hat. Kamp-Lintfort könne zwar am 1. Oktober starten. Ob das Land aber die für 2016 erwartete Summe zur Verfügung stellt, ist aktuell noch offen. Städtische Eigenmittel sind nicht vorgesehen. Das Landesprogramm bezieht auf eine Förderung für Kinder vor dem Schuleintritt.

Damit soll den Familien der Zugang zur Kindertagesbetreuung in Kitas erleichtert werden, heißt es in der Vorlage, die gestern in dem Gremium behandelt wurde. 25 Flüchtlingskinder unter sechs Jahren leben zurzeit in Kamp-Lintfort. Wie die Verwaltung mitteilt, seien die freien Räume im Übergangswohnheim an der Friedrichstraße nicht für eine solche Betreuung geeignet. Die Wohnung in den Bunten Riesen sollen kindgerecht ausgestattet werden.

Die Gruppe soll am 1. Oktober starten. Die Betreuung sei zumindest bis Herbst 2016 zu gewährleisten. Geplant ist, dass sich die Betreuer an fünf Vormittagen in der Woche sowie am Dienstag- und Donnerstagnachmittag um die Kinder kümmern. Die maximale Betreuungszeit betrage 25 Stunden. Es sollen außerdem Angebote für Eltern und Kind gemacht werden. Die Stadt geht davon aus, dass zwei Betreuungskräfte mit pädagogischer Qualifikation eingesetzt werden.

Ein Angebot des Internationalen Bundes liegt bereits vor. Michael Schmidt (Grüne) forderte gestern, dass die Stadt "qualifiziertes Personal" für die Betreuung der Kinder einsetzt. "Das wäre wünschenswert."

(aka)
 
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