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Kamp-Lintfort
Bodensanierung kann bald beginnen

Kamp-Lintfort: Bodensanierung kann bald beginnen
Hinter dem Förderturm ist die Fläche für das neue Landschaftsbauwerk bis auf die metallenen Brockespitzen (oben Mitte) weitgehend freigeräumt. Dort soll das neue Landschaftsbauwerk entstehen. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Ruhrkohle AG spricht von einem "Meilenstein auf dem Weg zur Landesgartenschau 2020". Auf dem Geländes des Bergwerks West sind die Vorbereitungsarbeiten für das neun Meter hohe Landschaftsbauwerk abgeschlossen. Von Jürgen Stock

Wer in diesen Tagen durch das Haupttor auf das Gelände des ehemaligen Bergwerks West fährt, wähnt sich in einem apokalyptischen Endzeitszenario. Da klafft ein riesiges Loch in der Fassade der einstigen Kohleaufbereitung. "Man hat bei uns schon angefragt, ob man hier einen Kriegsfilm drehen könne", sagt Hermann Timmermann. "Aber das haben wir dankend abgelehnt." Für ihn ist die finstere Kulisse ein gutes Zeichen. Sie zeigt, dass es auf seiner Baustelle vorangeht. Der Projektleiter der Ruhrkohle AG beaufsichtigt die Arbeiten, an deren Ende aus der einstigen Zeche das Herzstück der Landesgartenschau entstehen soll. Und glaubt man den Verlautbarungen der RAG, dann ist auf dem Weg dorthin gerade ein "Meilenstein" zurückgelegt worden,

Genauer müsste man wohl von "Meilensteinen" oder besser noch von "Bröselbergen" sprechen, die sich sehr zum Stolz der Ingenieure auf der Rückseite der Ruine auftürmen, Dort haben vier Abrissbagger, die nun ihre Arme wie müde Monster in den Staub strecken, ganze Arbeit geleistet. Bis auf zwei metallene "Brockespitzen" sind alle Gebäude, die sich einstmals dort befanden, zu handlichen Schutthügeln zerschreddert, Das Geröll wird benötigt, um eine 50 000 Quadratmeter große Fläche anzulegen, auf der dann das bis zu neun Meter hohe Landschaftsbauwerk errichtet werden soll, über das schon zur Landesgartenschau die Besucher zwischen viel Grün flanieren werden.

Doch zunächst einmal müssen bis zu 70 000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden. Das sind rund 6000 Lkw. Das könnte, wie RAG-Ingenieur Michael Otto einräumt, bei trockenem Wetter für Staubentwicklung sorgen. Und wenn Meißelbagger zum Einsatz kommen, die alte Fundamentreste beseitigen, könnte das auch in der benachbarten Altsiedlung zu hören sein.

Vor allem die Staubemissionen werden sehr genau beobachtet, da das Erdreich an verschiedenen Stellen strak mit Schadstoffen belastet ist. Bereits jetzt sind 14 Messstellen in Betrieb gegangen. So können die RAG-Leute sofort reagieren, sollten die Sensoren einen Anstieg der Schadstoffbelastung anzeigen. Laut Otto seien gesundheitliche Gefährdungen nach menschlichem Ermessen aber auszuschließen.

Viel realer sei da schon die Gefahr durch Geruchsbelästigungen, falls die Bagger auf teerverseuchte Schichten stießen. Dann könne es schon mal nach Naphtalin riechen. In diesem Fall werde man aber schnell reagieren und den betroffenen Bereich entweder abdecken oder entlüften. In etwa einem Monat soll mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten begonnen werden.

Otto rechnet damit, bis in eine Tiefe von vier Meter ausschachten zu müssen. Das belastete Erdreich soll dann den Kern des Landschaftsbauwerks bilden. Die Gruben werden verfüllt. Anfang 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Was aus dem Förderturm wird, ist unklar. Laut RAG gebe es positive Zeichen, dass die Stadt den Turmkaufen wolle. Dazu Bürgermeister Christoph Landscheidt: "Erst muss Klarheit über die Kosten bestehen."

Quelle: RP
 
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