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Kamp-Lintfort
Bruchlandung endet in einem Maisfeld

Kamp-Lintfort: Bruchlandung endet in einem Maisfeld
Das Flugzeug wurde auf einem Hänger abgeschleppt, um das abgeknickte Rad zu ersetzen. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Zu hart für das Fahrwerk war die Landung eines 58-jährigen Cessna-Piloten in Kamp-Lintfort. Das Bugrad knickte um, die Maschine rutschte in ein angrenzendes Feld. Der Pilot blieb unverletzt, die Feuerwehr musste Benzin abpumpen. Von Josef Pogorzalek

Glück hatte ein Pilot am Samstag gegen 10.30 Uhr bei einer verunglückten Landung auf dem Flugplatz in Kamp-Lintfort: Das Burgfahrwerk seiner Cessna 150 knickte ab, das Flugzeug sackte nach vorn, geriet außer Kontrolle und driftete nach links von der Landebahn ab. Dabei wurde auch der Propeller der einmotorigen Maschine beschädigt.

Erst in einem Maisfeld neben dem Flugplatz kam das Flugzeug zum Stehen. Der Pilot, ein 58-jähriger Mann aus Moers, konnte die Maschine ohne erkennbare Verletzungen verlassen. Gegenüber unserer Zeitung zeigte sich der Pilot - es soll sich um einen Arzt handeln - gefasst, wollte sich zu dem Unfall aber nicht äußern.

Ungeplantes Ende einer Landung: Das Maisfeld bremste die rutschende Maschine, deren Heck hoch in die Luft ragt, weil das vordere Rad bei der unsanften Bodenberührung abgeknickt ist. FOTO: Arnd Neumann

Die Verantwortlichen von der Luftsportgemeinschaft Kamp-Lintfort alarmierten neben der Polizei vorsorglich auch die Feuerwehr. Sie rückte mit 20 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen aus. Da aus der beschädigten Maschine einige Liter Treibstoff ausgelaufen waren, konnte eine Brandgefahr nicht ausgeschlossen werden.

Mithilfe der Fluggemeinschaft konnte die Feuerwehr die Cessna gegen Mittag bergen und abschleppen. Im Anschluss musste das durch Kerosin verunreinigte Erdreich abgetragen werden. Der Flugbetrieb musste für einige Stunden ruhen.

Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar. Der 58-Jährige war mit der Chartermaschine auf dem Flugplatz in Essen-Mülheim gestartet. Nach Angaben der Fluggemeinschaft herrschte ideales Flugwetter mit guter Sicht und Windstille. Vereinsmitglieder, die den Unfall beobachtet hatten, sprachen von einem zunächst ganz normalen Landeanflug. Allerdings sei die Cessna nach dem ersten Aufsetzen über eine Bodendelle gerollt und habe wieder abgehoben. Danach gelang es dem Piloten - der angeblich erst seit relativ kurzer Zeit den Flugschein haben soll - offenbar nicht mehr, die Cessna unter Kontrolle zu bringen.

Die auf den Bergbau zurückgehende Bodendelle sei unter Fliegern bekannt und in den Flugplatz-Unterlagen für Piloten erwähnt, hieß es. "Flugschulen kommen gerne zu uns, um die Landung zu üben", sagte Georg Meyer vom Vereinsvorstand.

Die Fluggemeinschaft erwartete den Besuch von Fachleuten der Bezirksregierung, die den Unfall untersuchen sollten. Die Cessna 150 sei ein leicht zu fliegendes Flugzeug, das weltweit von Flugschulen eingesetzt werde. Den Schaden an der einige Jahre alten Maschine schätzte Arnd Neumann, Geschäftsführer der Fluggemeinschaft, auf einige Zehntausend Euro. "Wahrscheinlich handelt es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden."

Quelle: RP
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