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Kamp-Lintfort
Bücherei zieht mit 55.000 Medien um

Kamp-Lintfort: Bücherei zieht mit 55.000 Medien um
Katharina Gebauer räumt eins von vielen, vielen Bücherregalen in der Stadtbücherei aus. Die Bücher werden ins Rathauscenter gebracht, wo derzeit die Mediathek entsteht. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Der Umzug der Stadtbücherei in die neue Mediathek wird eine logistische Herausforderung: 55.000 Bücher, Zeitungen und weitere Medien müssen zum neuen Standort transportiert werden. Das Team plant den Umzug seit 2015. Von Anja Katzke

Im Büro von Katharina Gebauer hängt ein Entwurf an der Wand. Er zeigt die Raumaufteilung in der Mediathek, die zurzeit im Rathauscenter entsteht. 55.000 Medien müssen während des Umzugs, der Anfang 2017 beginnen soll, in das neue Gebäude gegenüber transportiert werden. Katharina Gebauer, Leiterin der Stadtbücherei, hofft, dass viele Leser dabei helfen, indem sie jetzt stapelweise Bücher ausleihen: "Unser letzter Öffnungstag ist am 10. Dezember."

Die Planung des Umzugs an den neuen Standort habe bereits 2015 begonnen, berichtet die Büchereileiterin. "Damals haben wir zusammen Ideen gesammelt, was wir verbessern und anders machen könnten. Wir haben festgestellt, dass wir schon vieles gut machen." Dazu gehöre zum Beispiel das Leitsystem in der alten Bibliothek, aber auch die Entscheidung, vor allem im Romanbereich immer das unterste Regalbrett freizuhalten. "Die Leute wollen sich nicht bücken", weiß Katharina Gebauer. Das soll auch in der Mediathek so bleiben.

Das Team der Stadtbücherei besuchte Nachbarbibliotheken, denen Vorbildcharakter nachgesagt wird, darunter waren auch zwei niederländische Büchereien. An den Besichtigungen nahmen Mitarbeiter des Planungsamts sowie der Wirtschaftsförderung und Vertreter des Fördervereins LesArt teil. "Von dort haben wir die Idee mitgebracht, in der Mediathek ein Heimatzimmer einzurichten." Diesen Raum werden drei Kamp-Lintforter Vereine mit ihren ortsgeschichtlichen Büchern, Exponaten und Dokumenten bestücken. Auch über die Zahl der Medien, die eine Bibliothek vorhalten muss, wurde diskutiert. "Die Stadt Hilden hält zurzeit bei 59.000 Einwohnern rund 49.000 Medien vor. In Kamp-Lintfort leben 38.000 Einwohner. Und unsere Bücherei kommt auf einen Bestand von 60.000 Medien", erläutert Katharina Gebauer. "Die Zahl ist zu hoch. Vor allem, weil der Aufwand für das Löschen der Medien genauso hoch ist wie für das Einarbeiten." Die Stadtbücherei muss also abspecken.

"Wir haben in den vergangenen Monaten damit begonnen, Bücher auszusortieren, die schon arg zerlesen oder bei unseren Kunden nicht mehr nachgefragt sind", erzählt die Leiterin der Stadtbücherei. Große Lücken in den Regalen lassen erkennen, dass die Mitarbeiter viel geschafft haben. "Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende auf 55.000 Medien zu kommen, davon handelt es sich aber bei 5000 um unseren virtuellen Bestand. Langfristig müssen wir jedoch noch mehr entsorgen", betont Gebauer - auch wenn es schwerfällt, auszusortieren. "Wir hatten noch eine ,Nesthäkchen'-Ausgabe von Else Ury im Bestand aus 1980. Davon haben wir uns getrennt." Auch die Literatur zum Thema Recht, die allein sieben Regalbretter fühlte, wurde stark ausgedünnt.

Dafür legten die Mitarbeiter ein Wunschbuch für ihre Leserschaft aus. "Dort können sie eintragen, was sie gerne lesen und ausleihen möchten. Wir besorgen dann die Literatur", erklärt Gebauer. Einige Leser sind schon der Bitte nachgekommen und haben sich für die fast zweimonatige Schließungszeit mit Büchern eingedeckt. "Ein Leser hat gleich eine ganze Fantasy-Reihe ausgeliehen, um sie über den Winter zu lesen", erzählt Gebauer. Die Leihfristen sind bis Ende März 2017 ausgeweitet. Die Onleihe Niederrhein wird der Leserschaft weiterhin zur Verfügung stehen. Ausleihwünsche während der Schließungszeit sollten in der Vormerkfunktion im Online-Katalog gemeldet werden, teilt die Stadtbücherei in einem Flyer mit, der vor Ort ausliegt.

Quelle: RP
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