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Kamp-Lintfort
Bühne 69 spielt Krankenhaus-Komödie

Kamp-Lintfort: Bühne 69 spielt Krankenhaus-Komödie
Dr. Hubert Bonney (links, Peter Vogelsang), Jane Tate (dahinter, Pia Röhrig), Dr. David Mortimore (Andreas Stieffenhofer) und Oberschwester Thelma (Kathi Vogelsang, rechts) begeisterten das Publikum in der Stadthalle. FOTO: siwe.
Kamp-Lintfort. Das Kamp-Lintforter Amateurtheater "Bühne 69" stellte mit ihrer Herbstkomödie "Und alles auf Krankenschein" die Stadthalle auf den Kopf. Die beiden Vorstellungen am Wochenende waren ein voller Erfolg. Von Birgit Lameyer

Schon gleich nach Entrichtung der Kassengebühr empfangen weiß gekleidete Krankenschwestern die Patienten im Foyer und verabreichen bunte Pillen. Der Zuschauersaal der Stadthalle wird zum Wartesaal des Krankenhauses, die Titelmusik der Serie Schwarzwaldklinik erklingt. Noch vor Beginn der Vorstellung hört ein Arzt in weißem Kittel die Patienten ab und fragt: "Ist jemand Privatpatient hier? Sie kommen in zweieinhalb Stunden dran. Der Rest vielleicht später." Dann öffnet sich der Vorhang. Die Bühne ist ein altmodisches Ärztezimmer. Neben der Ausstattung, die man üblicherweise erwartet, ist auch ein mit Weihnachtskugeln und Kunstgrün geschmücktes Skelett zu sehen. Die Premiere von "Und alles auf Krankenschein" ist eine turbulente Komödie.

Zur Handlung: Ein Techtelmechtel des verheirateten Arztes Doktor Mortimore mit einer Krankenschwester vor 18 Jahren blieb nicht ohne Folgen. Dass er Vater wurde, erfährt der aufstrebende Mediziner allerdings erst, als das Mädchen volljährig wird. Beim geplanten Aufstieg auf den Posten des Chefarztes macht das natürlich keinen guten Eindruck. Die wütende junge Frau ist allerdings auch schon im Krankenhaus angekommen, um sich selber auf die Suche nach dem Mann zu machen, der ihr Vater sein soll.

Auch die Ehefrau des Arztes ist vor Ort. Zu allem Überfluss haben sich auch noch 200 Kollegen der Neurologie angemeldet, vor denen Doktor Mortimore einen Vortrag halten muss. Da kann er Ärger überhaupt nicht gebrauchen. Also soll sein langjähriger Kollege Doktor Bonney ihm einen wahren Freundschaftsdienst leisten: Er muss sich als Erzeuger ausgeben. Bis die junge Lesley einen Vater gefunden hat, verbreitet sie Chaos: Der Oberschwester verpasst sie eine Valiumspritze in den Hintern, es gibt eine unfreiwillige Kletterpartie in schwindelerregender Höhe, und die Polizei ist hinter dem Mädchen her.

Mit immer wieder neuen Ausreden versucht Doktor Mortimer, sich aus der Affäre zu ziehen. Schließlich gibt es drei Oberschwestern mit den Namen Messer, Nase und Spritze, falsche Pastoren und eine Krankenhauschefin, die meist zu tief ins Glas schaut.

Die Genesung der Patienten geschieht dabei von selbst: Ein Rollstuhlfahrer im braun-karierten Schlafanzug, der glaubt, seine lang verlassene Frau im Krankenhaus wiederzuentdecken, kann plötzlich durch die Flure rennen, und Tote stehen wieder auf. Regisseur Peter Vogelsang führt Regie bei der Geschichte, die so unglaublich ist, dass sie schon wieder wahr sein könnte. Auch wenn das Ensemble des beliebten Amateurtheaters die Komödie liebevoll als "Kamp-Lintfort's Anatomy - Das Leben hinter den Krankenhauskulissen" angekündigt hatte, spielt das Stück des Autors Ray Cooney in England.

Quelle: RP
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