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Kamp-Lintfort
Bürgermeister fordert Ditib-Gemeinde zum Dialog auf

Kamp-Lintfort. Bürgermeister Christoph Landscheidt hielt die Eröffnungsansprache auf dem Gemeindefest. Die Rede stand dem Eindruck des Türkei-Referendums.

Die Ditib-Türkisch-islamische Gemeinde hat an der Kattenstraße ein dreitägiges interreligiöses Kultur- und Familienfest mit der traditionellen Blutspendeaktion gefeiert. Bürgermeister Christoph Landscheidt hielt die Eröffnungsrede zum Fest. In diesem Jahr stand seine Rede unter dem Eindruck des Referendums vom vergangenen Wochenende. In seiner Rede hob Landscheidt das jahrzehntelange gute Miteinander der türkischstämmigen und deutschen Bevölkerung in Kamp-Lintfort hervor, das über viele Jahre durch das gemeinsame Arbeitsleben im Bergbau und die vielfältigen Aktivitäten geprägt gewesen sei.

Aber auch wenn inzwischen die Kinder und Kindeskinder seit Jahren und Jahrzehnten gemeinsam in die Kindergärten und Schulen gingen und sich die meisten türkisch-stämmigen Familien in Kamp-Lintfort wohl und "zuhause" fühlten, so Landscheidt, sei offenkundig, dass viele dennoch nicht ihre Wurzeln, nicht die Wurzeln ihrer Eltern und Großeltern, und auch nicht die ihrer Kinder und Kindeskinder in Kamp-Lintfort und in Deutschland fänden, sondern weiterhin in der Türkei. Deshalb sei auch die Türkei ihre Heimat, auf deren reiche Kultur und Tradition sie zu Recht stolz sein könnten. Dafür könne man durchaus Verständnis haben, auch wenn er sich wünschen würde, dass diejenigen, die hier ihren Lebensmittelpunkt sehen würden, zu 100 Prozent für ihre deutsche Heimat einstehen und ihre freiheitlich-demokratische Werte aktiv verteidigen würden. Die Stadt Kamp-Lintfort habe sich in Anerkennung und Würdigung der deutsch-türkischen Beziehungen bewusst für eine Partnerschaft mit einer Stadt in der Türkei entschieden: mit der Stadt Edremit an der türkischen Ägäis. Dies sei Ausdruck von Wertschätzung und Verbundenheit zwischen Deutschen und Türken. Kein Verständnis aber zeigte Landscheidt dafür, dass mit dem Referendum "unsere Werte, insbesondere Freiheit und Demokratie, die wir hier gemeinsam leben, für die wir Respekt einfordern und auf die wir ebenfalls stolz sind, gleichsam mit Füßen getreten werden."

Der Kamp-Lintfort Bürgermeister lud die Gemeindemitglieder zu einem offenen und kritischen Dialog darüber ein, wie man auch in Zukunft trotz vielleicht unterschiedlicher politischer und religiöser Ansichten wie bisher gemeinsam und friedlich miteinander in Kamp-Lintfort leben könne.

Quelle: RP
 
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