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Kamp-Lintfort
Bund Deutscher Tierfreunde: Selfie-Wahn gefährdet Tiere

Kamp-Lintfort. Ein Selfie mit einem Löwen oder den Koala auf dem Arm - soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook werden mehr und mehr zu einer Galerie der Superlative. Je exotischer das Tier, desto mehr Likes für den Nutzer. Der Bund Deutscher Tierfreunde mit Sitz in Kamp-Lintfort weist darauf hin, dass dieser Foto- und Selfie-Wahn für die fotografierten Tiere jedoch oft unsägliches Leid bedeutet. Die Tiere würden von der lokalen Tourismusindustrie ausgebeutet und misshandelt, was nicht selten mit dem Tod der Tiere ende.

Deswegen ruft der Verein Nutzer nun dazu auf, derartige Fotos in den Netzwerken mit einem Negativ-Button zu bewerten und die Verbreiter auf das dahinter stehende Tierleid aufmerksam zu machen. Vom Bund Deutscher Tierfreunde hingegen positiv bewertet wurde eine Initiative von Instagram, welches als erstes Netzwerk auf die Probleme hinweist. Sucht man nach dem Hashtag "Name des Tieres + Selfie", erscheint ein Warnhinweis, der an die Kehrseite des Bildvergnügens erinnert und unverantwortliches Verhalten verurteilt. Zudem findet sich unter dem Hinweis ein Link zu einer Hilfsseite über den Umgang mit Natur und Tieren, auf der davor gewarnt wird, Geld für Fotos oder Videos mit exotischen Tieren auszugeben, da diese ein Risiko für gefährdete Tierarten darstellen können. So zeige eine Recherche von "National Geographic", dass viele der Tiere in freier Wildbahn extra für die Fotos gefangen würden, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Affen, Koalas und andere Tiere führten dann oft ein trostloses Dasein in Käfigen und den Armen westlicher Erlebnistouristen. Kritiker warnen davor, dass Plattformen und deren belohnende Wirkung in Form von Likes und Kommentaren, nicht nur als Schaufenster für bisherige Bilder, sondern vor allem auch als Anregung neuer Nutzer wirken. Laut der Tierschutz-Organisation "World Animal Protection" ist die Zahl der Instagram-Selfies mit wildlebenden Tieren allein in den letzten drei Jahren um 300 Prozent angestiegen. Dem muss laut Bund Deutscher Tierfreunde mit dem negativen Bewerten solcher Bilder entgegengesteuert werden. Nicht nur das Internet solle für mehr Schutz eintreten, sondern auch jeder User solle sich um ein Umdenken bemühen.

Quelle: RP
 
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