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Kamp-Lintfort
Bunte Motive verschönern den grauen Beton der Unterführung

Kamp-Lintfort. Kamp-Lintforter Hochschüler haben die Durchfahrt mit Bildern von Kloster Kamp, ABC-Gebäude und Hochschule verziert. Von Peter Gottschlich

Die Unterführung, die an der Querspange unter der Moerser Straße zum Real-Markt hin liegt, erzählt Geschichte. Studenten der Hochschule Rhein-Waal haben sie in den vergangenen Monaten sie mit Gebäuden und Szenen der Historie, der Gegenwart und der Zukunft Kamp-Lintforts bemalt. "Die Idee ist schon einige Jahre alt", berichtet Jörg Petri, Professor an der Hochschule in Kamp-Lintfort. "Sie ist zusammen mit Wirtschaftsförderer Dieter Tenhaeff entstanden."

Wirklich schön sah die Unterführung, die in den 1970er Jahren gebaut wurde, nie aus. Denn schon Schüler bemalten und besprühten den Beton, nachdem er vor 35 Jahren trocken geworden war - allerdings wild, mit kurzen Sprüchen und einzelnen Symbolen. Bei der Hochschule steckt hinter der Bemalung ein Konzept, das Lina Berkenbusch als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Kommunikationsdesign entwickelt hat.

Zusammen mit den Studenten Marija Piliponyc, Vera Banets und Mohamed Diallo bemalte die 34-jährige Diplom-Kommunikationsdesignerin links und rechts die 30 Meter langen Wände der Unterführung. Mit grüner Farbe hielten sie in den letzten beiden Juliwochen die Vergangenheit fest, zum Beispiel die Ankunft der Zisterziensermönche in Kamp. Mit grüner Farbe verewigten sie bei dem freiwilligen Projekt die Gegenwart, wie den Kamper Terrassengarten, das ABC-Gebäude oder die Hochschule. Mit blauer Farbe malten sie die Zukunft aus, beispielsweise einen Zug für den Bahnanschluss. "Da Kamp-Lintfort im Wandel bleibt, hat sich bei der Unterführung das Thema ,Color the bridge - History of Kamp-Lintfort' angeboten", erzählt Lina Berkenbusch. "Es soll auch der jüngeren Generation aufzeigen, was sich alles im Laufe der Zeit in Kamp-Lintfort verändert hat. Die Kamp-Lintforter, die während der Bemalung vorbeiliefen, identifizierten sich mit den Motiven der Bemalung."

Das gilt auch für die Kamp-Lintforter, die nach der Bemalung durch die einst unschöne Unterführung gegangen sind. "Es gab noch keinen Vandalismus", freute sich Bürgermeister Christoph Landscheidt, als er die Brückenmalerei zusammen mit den jungen Künstlern begutachtete. "Niemand hat etwas darüber gesprüht." 2500 Euro gaben Stadt und Hochschule aus, um die Farbe für 180 Quadratmeter zu kaufen, die die Arbeit der Hochschule in der Stadt präsenter macht.

Gerne würden die jungen Künstler die nächste graue Unterführung verschönern, die zur Stadthalle hin liegt. Motive sind genug vorhanden, die Geschichte in der Stadt und im Land und geschrieben haben. Zum Beispiel haben sie noch nicht die Hoerstgener Weidtmann-Orgel festgehalten, die als älteste erhaltene Orgel am Originalplatz in Nordrhein-Westfalen gilt, die Beamtensiedlung oder das Magazingebäude des Bergwerkes, das Anfang Oktober als Hörsaal und Seminarzentrum der Hochschule eingeweiht wird.

Quelle: RP
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