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Kamp-Lintfort
CDU und Grüne gegen RAG-Vorhaben

Kamp-Lintfort. Zwei Fraktionen im Rat Kamp-Lintfort positionieren sich gegen das Vorhaben der RAG Montan Immobilien, auf dem Areal des Bergwerks West ein sogenanntes Sicherungsbauwerk zu errichten. Dorthin sollen alle kontaminierten Materialien verbracht werden (RP berichtete). In der Diskussion um den Umgang mit dem geplanten "Sicherungsbauwerk" haben sich gestern CDU und Junge Union (JU) gegen die Pläne der RAG MI ausgesprochen. Sie fordern, die auf dem Bergwerksgelände befindlichen belasteten Materialien und Altlasten auf eine geeignete Sondermülldeponie zu verbringen.

"Bereits im September 2014 wollte die CDU-Fraktion im Stadtrat eine Resolution auf den Weg bringen. Die Verwaltung und SPD-Mehrheitsfraktion lehnten ab", bedauert CDU-Vorsitzender Simon Lisken. "Umso wichtiger ist es jetzt, gegen die Pläne der RAG MI klare Kante zu zeigen und keine historisch falsche Weichenstellung zu treffen." Eine Forderung, der sich auch die JU anschließt. "Es reicht uns nicht, schöne bunte Pläne für das Zechengelände zu malen und dann einfach die Altlasten zusammen zu schieben, eine Folie drüber zu legen und ein paar Blümchen zu pflanzen. Wir können einen zweiten Giftberg mitten in der Stadt nicht gebrauchen", erklärt Nick Kriegeskotte, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union in Kamp-Lintfort.

Gemeinsam wollen die Politiker daher auf ein "maximal transparentes Verfahren" drängen. Man müsse die Bevölkerung aufklären und dürfe heikle Themen nicht in Hinterzimmer unter Ausschluss der Öffentlichkeit entscheiden. Auch die Grünen meldeten sich gestern zu Wort: "Wir fordern umweltfreundliche Konzepte für die Weiternutzung der brachliegenden Flächen - nicht nur im Bereich des Geländes an der Friedrich-Heinrich-Allee, sondern auch in Hoerstgen und Rossenray", erklärte Johannes Tuschen. "Eine Entsorgung der Altlasten auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks lehnen wir entschieden ab. Die Überlegungen der RAG MI zur Sicherung der Altlasten der ehemaligen Kokerei Friedrich-Heinrich durch eine Oberflächenabdichtung und den Betrieb von Abfangbrunnen im Grundwasserabstrom reichen uns nicht aus."

Anders als bei anderen "Umlagerungsbauwerken" liege die Wohnbebauung in direkter räumlicher Nähe zur ehemaligen Kokerei, und die Grundwasserfließrichtung gehe ebenfalls in die Siedlung. Es sei eine sorgfältige Bestimmung aller Altlastverdachtsflächen auf dem Bergwerksgelände notwendig. Die Grünen fordern, dass die ehemalige Kokerei dauerhaft so gesichert werde, dass keine Gefahr für die Bevölkerung von ihr ausgehe. Auch die von der RAG betriebene Grundwasserbehandlungsanlage reiche auf Dauer nicht aus. Die bekannten Boden- und Grundwasserverunreinigungen der ehemaligen Kokerei seien auf Kosten des Verursachers mit einer bis in das Tertiär (23 Meter) reichenden Einphasendichtwand zu umschließen und mit einer Oberflächenabdichtung zu versehen.

Der anfallende Dichtwandaushub sei, so die Kamp-Lintforter Grünen, in einer thermischen Bodenbehandlungsanlage zu behandeln und danach zu entsorgen.

(aka)
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