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Kamp-Lintfort
Christuskirche feierlich wieder eröffnet

Kamp-Lintfort: Christuskirche feierlich wieder eröffnet
Nach der Renovierung wirkt der Innenraum der Christuskirche heller und freundlicher. Durch den Verzicht auf Kirchenbänke und die Nutzung von Stühlen wird er flexibler nutzbar. FOTO: Arnulf Stoffel
Kamp-Lintfort. Das markante Gotteshaus wurde im Innern umgestaltet. Weil es jetzt heller ist, leuchten die farbenreichen Fenster stärker. Außerdem wurde die Feierkirche wiederhergestellt, die zu den schönsten Räumen der Hochschulstadt zählt. Von Peter Gottschlich

Mit einem Gottesdienst ist die Christuskirche am 28. Februar geschlossen worden, um sie innen zu renovieren. Gestern Nachmittag wurde das Gotteshaus an der Friedrich-Heinrich-Allee mit einem Festgottesdienst wieder eröffnet. "Die geplante Bauzeit wurde eingehalten", sagte Pfarrer Michael Ziebuhr bei der Begrüßung erfreut.

300 Gläubige waren in das markante Backsteingebäude an der Friedrich-Heinrich-Allee geströmt, um zu sehen, wie es sich in den vergangenen neun Monaten verändert hat. "Bei jedem, der in die Kirche kommt, gehen die Mundwinkel nach oben", beobachtete Lutz Zemke vom Förderverein der Christuskirche, der den Umbau finanziell unterstützt hatte.

Dieser war notwendig geworden, weil die Heizung defekt, der Fußboden abgesenkt und der Anstrich verblasst waren. Zum 100. Geburtstag der Evangelischen Kirchengemeinde Lintfort, der mit dem gestrigen Ersten Advent begann, sollten diese drei Dinge erneuert sein. Presbyterium und Pfarrer Michael Ziebuhr entschieden sich für einen großen Wurf: Bei der notwendigen Renovierung sollte das gesamte Innere neu gestaltet werden. Das wurde vom Duisburger Architekten Peter Probst mit seinem Konzept "Kirche Plus" verwirklicht.

Die dunklen Elemente sollten verschwinden, wie Bernhard Kames gestern als katholisches Mitglied des Bauausschusses der evangelischen Kirchengemeinde erklärte. Zum Beispiel wurde die Holzvertäfelung im Altarraum und an der Decke entfernt. "Jetzt ist es wunderbar hell", sagte Ute Clevers vom Förderverein erfreut. Trotzdem wirkt die Kirche nicht kalt. Das liege an den farbenreichen Fenstern, die jetzt ganz anders zur Geltung kommen. Die Atmosphäre sei heimeliger geworden, findet Clevers. Die Menschen rückten in dieser Atmosphäre zusammen.

Der Kirchenraum sollte nicht nur schöner werden, sondern auch flexibler nutzbar. Deshalb stehen nach dem Umbau 250 Stühle statt Kirchenbänke im Gotteshaus. "Jetzt kann sie auch für Konzerte, Versammlungen oder Tanzveranstaltungen genutzt werden", sagte Landtagsabgeordneter René Schneider mit Blick auf die Bestuhlung und die Nebenräume, in denen nun eine Küche und Toiletten zu finden sind. Als Mitglied des Fördervereins war er begeistert: "Die Kirche ist sehr, sehr schön geworden." Dabei ist Schönheit nicht im Sinne von "nett und schön" zu verstehen, sondern von gebrochen und kantig, wie die markante Backsteinhülle, die vom Lintforter Architekten Johann Onnertz und vom Elberfelder Architekten Arno Eugen Fritsche im Stil des Expressionismus geplant wurde.

Der expressionistische Stil des Gotteshauses von 1930 ist neben der Außenhülle und den Fenstern auch in der kleinen Feierkirche zu spüren, die hinter dem Altarraum liegt. Mit der Renovierung, die einen hohen sechsstelligen Betrag erreichte, aber 20 000 Euro unter dem Plan lag, hat sie sich in eine der schönsten Räume der Hochschulstadt verwandelt. Unter einem gotischen Gewölbe leuchtet das Licht durch rote, blaue und gelbe Glasscheiben im Stil des Expressionismus.

Quelle: RP
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