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Kamp-Lintfort
Das Casino im Park startet neu

Kamp-Lintfort: Das Casino im Park startet neu
Nach der Insolvenz der Betriebsgesellschaft ihres Vaters will Beril Kicik das alte Casino im Park wieder auf einen gesunden wirtschaftlichen Kurs bringen. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Betreiberin ist jetzt Beril Kicik, die die besondere Atmosphäre der holzvertäfelten Räume liebt. Sie geht den Weg ihres Vaters weiter, neue Kunden zu gewinnen, nachdem mit Siemens und Bergwerk zwei große Kunden weggefallen sind. Von Peter Gottschlich

Beril Kicik war schon als Kind in das Casino im Park verliebt. "Ich bin hier groß geworden", erzählt die 27-jährige Kamp-Lintforterin. "Als ich am 1. April 1992 vier Jahre alt, hat mein Vater das Casino übernommen. Ich liebe die Atmosphäre. Außen die Backsteinfassade, innen die holzvertäfelten Räume mit hohen Decken und großen Fenstern. Das Casino hat ein besonderes Flair."

Im April 2015 gründete sie die "CH Casino & Hotel Betriebs GmbH" und löste als Pächterin das Casino von der der "NK Hotel Betriebs GmbH", dessen Geschäftsführer ihr Vater Nazim Kicik 23 Jahre lang gewesen war. "Ich hatte noch zwei weitere Hotels, eines in Düsseldorf und eines in Köln", erzählt der 55-jährige Kamp-Lintforter. "Da konnte ich mich nur noch zweimal in der Woche um das Casino kümmern. Das war zu wenig."

Schließlich durchlebte das Hotel an der Friedrich-Heinrich-Allee in den letzten zehn Jahren einen Strukturwandel. "Im Herbst 2006 hat Siemens-BenQ geschlossen", erzählt Nazim Kicik. "Siemens hatte bis zu 80 Tagungen im Jahr im Casino. Dazu feierten leitende Siemensangestellte hier privat. Ein Drittel des Umsatzes ist damals weggefallen." Als das Casino diesen Einbruch durch neue Kunden etwas kompensiert hatte, schloss Ende 2012 das Lintforter Bergwerk. "Die Zeche war immer ein guter Kunde von uns", blickt Nazim Kicik zurück. "Dieser Umsatz ist ersatzlos weggebrochen."

So überlegte er, das Hotel, dessen Eigentümer er ist, aufzugeben. "Es hätte Interessenten gegeben", erzählt er. "Sie hätten sich hier mehrere Traumwohnungen oder Traumbüros einrichten können." Doch auch Tochter Beril Kicik zeigte Interesse an den Räumen. Sie hatte sie in Düsseldorf Business-Management, nachdem sie in Moers ihr Fachabitur abgelegt hatte. Außerdem hatte sie Praktika in verschiedenen Hotels absolviert. So gründete sie die "CH Casino & Hotel Betriebs GmbH", um nach dem Strukturwandel das Hotel mit 24 Betten und Gastronomie neu zu starten. "Das ist ein sauberer Schnitt", sagt Nazim Kicik. Dessen ehemalige Betriebsgesellschaft musste im vergangenen Jahr die Insolvenz anmelden. "Ich denke, das Tal ist durchschritten", sagt Beril Kicik. "In Kamp-Lintfort geht es wieder nach oben. Die Hochschule liegt ganz in unserer Nähe. 2020 kommt die Gartenschau, die direkt vor unserer Haustür liegt."

Wie ihr Vater vor 20 Jahren, arbeitet Beril Kicik täglich zwischen zehn und 14 Stunden im Casino im Park. "Sonst funktioniert ein Hotelbetrieb nicht", sagt sie. Sie brachte zahlreiche Neuerungen mit. So wandelte sie die Schänke, die im Keller liegt, in eine Shisha-Bar um, um junge Gäste ins Casino zu locken. Außerdem vermietet sie einzelne Räume, etwa den runden Saal für Geburtstage oder Hochzeiten. "Die Gäste können zum Beispiel den Kuchen selber mitbringen", erzählt sie. "Natürlich können sie die Räume auch mit Bewirtung mieten."

Quelle: RP
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