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Kamp-Lintfort
Das Hoerstival feiert seinen 18. Geburtstag

Kamp-Lintfort: Das Hoerstival feiert seinen 18. Geburtstag
"Calling Thunder" aus Neukirchen-Vluyn gehörte zu den Bands, die in diesem Jahr auf dem Hoerstival spielten. FOTO: Ostermann
Kamp-Lintfort. Als Geschenk zur Volljährigkeit gab es erstmals eine Aftershowparty. Das Festival lockte mit etwa 250 Besuchern weniger als früher an. Von Peter Gottschlich

"Es ist uns ein Anliegen, von Gott zu erzählen." So beschreibt Johannes Krysl die Intention, mit seiner Band "Cardiac Move" ohne Gage beim Hoerstival aufzutreten. Der Pianist, Sänger und Kopf der österreichischen Popgruppe bekommt nur die Reisekosten bezahlt, wie die anderen Gruppenmitglieder. Dabei ist "Cardiac Move" eine Größe im Musikgeschäft. Sie spielte beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro vor mehr als einer halben Million Besuchern, zum Beispiel ihren Song "Fischermen". Ende August 2013 war das. Am Samstag spielten sie das Lied erneut, allerdings vor nur 250 Zuhörern beim Hoerstival.

"Die Besucherzahl schwankt sehr stark, je nachdem welche Band gerade angesagt ist", analysierte Andreas Böckler, der Projektleiter des Hoerstivals, die diesmal schwache Resonanz. "Meist liegt sie zwischen 250 und 500. Einmal waren es sogar 800, als 2010 die Band Crush Head aufgetreten ist." Der 46-Jährige war bei allen 18 Ausgaben des Hoerstivals dabei. Im Frühjahr 1999 hatte er als Jugendleiter der freien evangelischen Gemeinden am Niederrhein zum ersten Hoerstival eingeladen, das noch ein Videoprojekt ohne Rock- und Popbands war. Dabei entstand die Idee eines christlichen Musikfestivals. Es wurde von Jugendlichen organisiert und ging dann in der Anhammschen Scheune in Hoerstgen über die Bühne.

"Die erste Band hat 300 Mark bekommen", blickt Andreas Böckler auf diese Feier zurück, die als zweites Hoerstival gezählt wird. "Insgesamt hatten wir 1000 Mark zur Verfügung. Wie heute war der Eintritt frei." Dem Konzert hörten auch die Mitglieder der Issumer Band Logos zu. "Spontan haben sie sich entschieden, nach Issum zu fahren, um Gitarren und Schlagzeug zu holen", erzählt der Festivalgründer. "Dann haben sie in der Scheune gespielt. 300 Besucher waren da. Alle Organisatoren schwebten auf Wolke Sieben." Bis auf ihn wechselten seit 1999 diese Organisatoren, die immer zur Hälfte Jugendliche sind. Sie verlegten das Festival auf die Fläche zwischen Gemeindesaal und Gemeindehaus, die an der Molkereistraße im Ortsteil Hoerstgen liegen. Zudem terminierten sie das Hoerstival auf ein Wochenende Mitte oder Ende August. Andere Dinge blieben.

Die meisten Besucher des größten christlichen Musikfestivals am Niederrhein sind zwischen 16 und 30 Jahren alt. Sie trinken keinen Alkohol. Die Bands verkünden mit ihren Liedtexten die christliche Botschaft, meistens in Deutsch. Diesmal war die Hauptgruppe die österreichische Pop-Band "Cardiac Move". Sie stand nach der Gruppe "Calling Thunder" aus Neukirchen-Vluyn auf der Bühne, deren 23 Trommler rhythmisch auf Ölfässer schlugen. Dazu spielte die Gruppe Logos, wie zum Start 1999. Sie hatte sich zur 18. Ausgabe des Festivals noch einmal neu zusammengefunden. "Das Hoerstival ist mit 18 volljährig geworden", erklärt Ilka Breidenbach vom Organisationsteam. "Das ist ein besonderer Anlass." Als Geburtstagsgeschenk gab es erstmals eine Aftershowparty, als die Bands und Prediger Henrik Ermlich die Bühne verlassen hatte. Er hatte über seine Begegnung mit Gott gesprochen, ohne die man das Christsein nicht leben könne.

Quelle: RP
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