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Kamp-Lintfort
Das ist die Zukunft des Rathausquartiers

Kamp-Lintfort: Das ist die Zukunft des Rathausquartiers
Das Modell ist zwar noch sehr abstrakt. Doch so könnte das Umfeld des Rathauses bald aussehen: Die Grünfläche in der Mitte wäre der Rathaus-Park. FOTO: kdi
Kamp-Lintfort. Mit dem Erwerb der "Bunten Riesen" durch die Stadt rückt die Neugestaltung des Rathausquartiers ein Stück weit näher. Der Grafschafter stellt die Ideen und Ziele, die im Frühjahr 2014 entwickelt wurden, im Detail vor. Von Anja Katzke

Die Ziele sind gesteckt, das Modell, wie sich das Rathausquartier in fünf bis zehn Jahren entwickeln könnte, steht: Das Umfeld rund um das Kamp-Lintforter Rathaus soll der "grüne Salon" der Stadt werden. So sieht es zumindest der Sieger-Entwurf, der aus einem Ideen- und Gestaltungswettbewerb im vergangenen Frühjahr hervorging. Die Stadt Kamp-Lintfort, die 2013 das Rathaus-Center erworben hatte, lud Stadt- und Freiraumplaner ein, im Rahmen einer Planwerkstatt Konzepte für das Rathausumfeld zu erarbeiten. Der Entwurf des Planerteams Scheuvens und Wachten mit Scape-Landschaftsarchitekten gefiel der einberufenen Jury am besten. Was vor einem Jahr fast nur als eine Vision schien, ist mit dem Erwerb der "Bunten Riesen" vor ein paar Wochen durch die Stadt ein kleines Stück seiner Realisierung näher gerückt. Die RP stellt die Planungen, Bausteine und Ideen vor, die den öffentlichen Raum rund ums Rathaus verändern werden.

Rathaus-Park Die große "Steinwüste" vor dem Rathaus wird die wohl deutlichste Veränderung erfahren: Entstehen soll ein Rathaus-Park mit Bäumen und Grün, der zum "konsumfreien" Verweilen einlädt. Dieser zentrale Platz bildet nach den aktuellen Planungen zugleich das Entree zu einer neuen Wohnanlage, die anstelle der Hochhäuser, auch Bunte Riesen genannt, entstehen könnte, die die Stadt vor dem Amtsgericht in Rheinberg ersteigert hatte. "Wir stellen uns dort einen Wohnungsbau mit etwa drei bis vier Geschossen vor und unterschiedlichen Wohnungsgrößen", erläutert Monika Fraling, Leiterin des Stadtplanungsamtes das Entwicklungsziel für diesen Bereich.

Wohnungsbau Etwa 100 bis 150 Wohneinheiten sollen an Wilhelm- und Markgrafenstraße neu entwickelt werden. "Wir untersuchen zurzeit, ob in diesem Bereich auch öffentlich geförderter Wohnungsbau möglich ist", berichtet die Stadtplanerin. Das Terrassenhaus, das direkt an den großen Platz vorm Rathaus grenzt, bleibt dabei erhalten. Das Konzept des Siegerteams sieht vor, dass sich die neue Wohnanlage dem Bild der Pauenschen Siedlung anpasst. Begrünte Innenhöfe sollen den Bewohnern in der neuen Anlage Ruhe- und Rückzugsräume anbieten. "In dem Rahmen hat Scape auch vorgeschlagen, den alten Wilhelmsplatz wieder aufleben zu lassen - als ein natürliches Gegenüber zu der kleinen Spielfläche an der Wilhelmstraße", sagt Monika Fraling.

Rathaus-Markt Ein zweiter zentraler Platz könnte an der heutigen Rathausstraße als Rathaus-Markt entstehen - als eine Adresse für Ärzte, Wohnen und neuer Standort des Wochenmarkts. "Dafür müssten die vorhandenen Gebäude zurückgebaut werden", betont die Stadtplanerin. Die Realisierung eines solchen Rathaus-Markts hänge allerdings von mehreren Faktoren ab - zum Beispiel der Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer und der Investitionsbereitschaft aller Beteiligten. Überhaupt könne nicht alles in einem Schritt umgesetzt werden, sagt die Stadtplanerin. "Es handelt sich um einzelne Module." Das gesamte Projekt sei zeitlich weit gesteckt. Anvisiert ist das Jahr 2020.

Rathaus-Center Parallel läuft die Entwicklung des Rathaus-Centers, der Ladenpassage im Erdgeschoss, in dem früher der Groka-Markt als Lebensmittelmarkt angesiedelt war. Eine gesetzte Option ist der Umzug der Stadtbücherei in die Passage. Fraling: "Wir wollen in absehbarer Zeit zu einer Lösung kommen." Der Parkplatz neben dem ehemaligen Groka-Markt wird wahrscheinlich bestehen bleiben. "Da die Stellflächen im City-Parkhaus wegfallen, wird er möglicherweise erhalten bleiben", sagt die Stadtplanerin.

Investition Für den Bereich Rathausplatz ist ein Förderantrag gestellt. Da die Stadt die Finanzierung nicht allein stemmen kann, sucht sie das Gespräch mit Investoren.

Quelle: RP
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