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Kamp-Lintfort
Dauercamperin genießt Zuhause in der Natur

Kamp-Lintfort: Dauercamperin genießt Zuhause in der Natur
Seit drei Jahren wohnt Ingrid Spei in dem 40 Quadratmeter großen Chalet. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Ingrid Spei und ihr Mann haben eine Wohnung in Duisburg verkauft und sind in die Freizeitanlage Altfeld in Kamp-Lintfort gezogen. Von Gabi Harpers

Der hektischen Betriebsamkeit der Stadt den Rücken kehren wollen die Bewohner der Freizeitanlage Altfeld in Kamp-Lintfort - ob für einige Wochen, nur mal übers Wochenende oder gar für immer.

"Hier am Niederrhein kann man herrlich entspannen", erklärt Sigrid Hoppe, die gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Markus Michels seit April dieses Jahres hauptberuflich den Camping- und Mobilheimplatz verwaltet. "Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns - dringend notwendige Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten wurden vorgenommen. Mit der Hilfe unserer fleißigen Mitarbeiter und Bewohner haben wir schon viel erreicht, um unsere Anlage in ein Schmuckstück zu verwandeln", berichtet die 47-Jährige.

Die Freizeitanlage Altfeld verfügt über 650 Stellplätze und ist das ganze Jahr geöffnet. Derzeit sind 470 Familien angemeldet. Vom festen Häuschen über das Mobilheim bis hin zum Wohnwagen ist alles vertreten. "Unser kleines Dorf zwischen Wald und Feldern beherbergt rund 200 Familien, die mit ihrem ersten Wohnsitz bei uns gemeldet sind", so Hoppe weiter.

Ingrid Spei und ihr Mann Dieter gehören zu den Familien, die hier dauerhaft ihr Zuhause im Grünen gefunden haben. "Wir haben unsere Wohnung in Duisburg-Beek verkauft und sind vor rund drei Jahren ganz hierher gezogen", erzählt die 52-jährige Verkäuferin. "Die Anonymität in der Stadt, wo kaum jemand mehr seinen Nachbarn kennt, haben wir ganz bewusst hinter uns gelassen. Hier haben wir viel mehr persönliche Kontakte und sind direkt in der Natur. Unser Leben spielt sich zum großen Teil außerhalb unserer vier Wände ab." Das 40 Quadratmeter große Chalet bietet allen Komfort einer Zwei-Zimmer-Wohnung und verfügt zudem über zwei Außenterrassen. Liebevoll pflegt Ingrid Spei ihre Kräuter und Blumen, die auf der 250 Quadratmeter großen Parzelle rund ums Häuschen stehen. "Wir genießen die Ruhe, schwimmen, fahren mit dem Rad und gehen spazieren. Da wir aber beide berufstätig sind, wurde nicht zuletzt die günstige Verkehrsanbindung der Anlage auch ein wichtiges Entscheidungsmerkmal. Wir sind hier glücklich und bleiben für immer", ergänzt sie.

Inzwischen ist auch die 86-jährige Mutter der Speis in ein eigenes Häuschen in der Freizeitanlage gezogen. Die alte Dame ist auf fremde Hilfe angewiesen. Ingrid Spei: "Wer hier pflegebedürftig ist, hat alles zu ebener Erde im überschaubaren Rahmen und muss nicht auf die Natur direkt vor der Haustür verzichten." Sigrid Hoppe erläutert: "Auch das Wohnen mit Behinderung ist hier kein Problem. Barrierefreiheit, kurze Wege und Wohnraum auf einer Ebene erleichtern Leuten mit Handicap das Leben."

Die Größen der einzelnen Parzellen variieren zwischen 100 und etwa 400 Quadratmetern. Der umbaute Wohnraum darf allerdings nicht mehr als 50 Quadratmeter betragen. Hinzu kommen bis zu zehn Quadratmeter große überdachte Terrassen. "Alle Bewohner können im Sommer unser Schwimmbad, und zu allen Jahreszeiten die Sauna und das Solarium benutzen", sagt Sigrid Hoppe weiter. Kürzlich seien ein neuer Angelteich und weitere Grünflächen erschlossen worden.

Sigrid Hoppe blickt optimistisch in die Zukunft: "Fürs nächste Jahr stehen schon wieder etliche Reservierungen fest." Gerade finde, so Hoppe, ein spürbarer Generationswechsel statt. "Immer mehr junge Familien kommen zu uns", berichtet sie stolz. Die Zahl der Tagescamper nehme auch stetig zu: "In dieser Saison kamen rund 500 Familien, das sind so viele wie in den drei Vorjahren zusammen."

Quelle: RP
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