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Kamp-Lintfort
Der Förderturm soll Silvester 2018 leuchten

Kamp-Lintfort: Der Förderturm soll Silvester 2018 leuchten
FOTO: Dieker Klaus
Kamp-Lintfort. Alle sind von der Idee des 15-jährigen Mika Eickmans begeistert, den 66 Meter hohen Turm Ende nächsten Jahres zu illuminieren, wenn der Steinkohlenabbau in Deutschland endet. Schon in diesem Jahr ist eine Adventsbeleuchtung zu sehen. Von Peter Gottschlich

Mika Eickmans hatte die Idee, als er Bilder von anderen großen Industriedenkmalen sah, die mit LED-Technik bunt illuminiert werden, beispielsweise die Völklinger Hütte im Saarland, die Zeche Zollverein in Essen oder Schacht IV in Moers. "Es ist doch schön, wenn zu Silvester alle nach draußen gehen und einen Förderturm sehen, der beleuchtet ist", erzählt der 15-jährige Bergbaufan. "Das ist ein Zeichen, weil die Kamp-Lintforter entschieden haben, den Förderturm zu erhalten."

Norbert Ballhaus, der stellvertretende Vorsitzende der Fördergemeinschaft für Bergbautradition, war sofort von dieser Idee begeistert. "Sie ist großartig", sagt der einstige Markscheider des Bergwerkes "Friedrich Heinrich", der von 2004 bis 2014 Moerser Bürgermeister war. "Zurzeit ist es aber nur eine Idee. Sie zu realisieren, bedarf vieler Gespräche und eines langen Vorlaufs. Silvester 2018 läuft der deutsche Steinkohlenbergbau aus. Zu dieser Zeit steht der Förderturm frei, weil die Abrissarbeiten auf dem Zechengelände beendet sind. Dann beginnen die Arbeiten für die Landesgartenschau. Den Förderturm am 31. Dezember 2018 zu beleuchten ist ein Symbol. Die Lichter gehen wieder an."

Mit Hermann Timmerhaus, dem Projektingenieur der RAG Montan Immobilien GmbH für das Lintforter Zechengelände, haben er und Mika Eickmans bereits gesprochen. "Es ist eine tolle Idee, die ich unterstütze", sagt dieser. "Sie ist ein Zeichen für den Wandel. Der Förderturm geht aber gerade in das Eigentum der Stadt über. Die Notarverträge liegen vor und sollen demnächst unterschrieben werden."

Zu einem möglichen Illuminator hat Norbert Ballhaus bereits Kontakt aufgenommen. Es ist das Unternehmen Lichtwechsel Ruhr. "Wir beleuchten viele Industriekulissen", erzählt Lichtwechsel-Mitarbeiterin Mareike Helbing. "Bei der nächsten Extraschicht im Jahr 2018 illuminieren wir zum Beispiel das dritte Mal Schacht IV in Moers. Wir könnten auch den Lintforter Förderturm von allen Seiten beleuchten. Eine aufwendige Verkabelung ist nicht nötig, weil bei unserer LED-Technik Akkus reichen."

In den nächsten Tagen trifft sich Norbert Ballhaus mit Vertretern der Stadt, um über die Beleuchtung des Förderturms zu sprechen, dessen Plattform 66 Meter hoch liegt. Auch über Gespräche mit der Hochschule denkt er nach, die mehrere Jahre das Schalthaus auf dem Bergwerksgelände beleuchtete, das gerade abgerissen wird.

Außerdem will er Kontakte zur RAG-Stiftung aufnehmen, um die Idee zu finanzieren. "Ende 2018 schließen in Ibbenbüren und in Bottrop die letzten beiden Zechen", berichtet er. "Die Stiftung gibt unter diesem Thema Geld für Projekte."

Unabhängig von den Planungen, den Förderturm am 31. Dezember 2018 zu illuminieren, wird es in diesem Jahr erstmals wieder eine Adventsbeleuchtung geben. "Sie wird am 7. Dezember angeschaltet", sagt Peter Wylenzek, der für die RAG MI das Zechengelände beaufsichtigt. "Es soll eine Überraschung sein."

Bis 2012, als das Lintforter Bergwerk schloss, hatte es in der Adventszeit eine Beleuchtung auf dem Turm gegeben, danach nicht mehr. Diesmal wird sie nicht zum ersten Advent eingeschaltet, sondern am Donnerstagabend vor dem zweiten Advent, wenn auf dem Platz um den Verkehrspavillon am EK 3 der Nikolausmarkt eröffnet wird.

Quelle: RP
 
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