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Kamp-Lintfort
Der geschenkte Tag

Kamp-Lintfort: Der geschenkte Tag
FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Kamp-Lintfort. Rheinische Post und Peter Hahnen, Leiter des Zentrums Kloster Kamp, haben drei Kamp-Lintforter, die heute Geburtstag haben, mit einer Einladung in die Schatzkammer des Klosters überrascht. Von Anja Katzke

Diesen Tag gibt es nur alle vier Jahre. Wer aber an einem 29. Februar geboren ist, kommt irgendwie zu kurz: Diese Geburtstagskinder haben nur in Schaltjahren die Chance, am richtigen Datum zu feiern. Marion Hanstein und Jörg Evers und Carola Hillen aus Kamp-Lintfort haben heute Geburtstag - und nehmen die Glückwünsche, die oft mit einem kleinen Spaß einhergehen, mit Humor: "Als ich 40 wurde, habe ich von meinen Kumpeln Kinderspielzeug wie Tetris geschenkt bekommen", erzählt Jörg Evers und schmunzelt. Rheinische Post und Peter Hahnen, Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp, haben ihn sowie Carola Hillen und Marion Hanstein ebenfalls mit einem Geschenk zum Schaltjahr-Geburtstag überrascht: mit einer Einladung in die Schatzkammer des Klosters.

"Das ist ja toll", erklärt Jörg Evers. Denn: Obwohl der Kamp-Lintforter nicht weit vom Kamper Berg mit seiner Familie lebt, hatte er bisher nie die Gelegenheit, das im Agathastift eingerichtete Museum des Klosters zu besuchen. Auch für Carola Hillen und Marion Hanstein ist es der erste Besuch. Dr. Peter Hahnen empfängt die drei Kamp-Lintforter um Punkt 18 Uhr zum Angelus-Läuten vor dem Agathastift und nimmt sie und ihre Begleiter mit auf eine informative und zugleich humorvolle Zeitreise, die bis ins Jahr 1123 zurückführt, als 13 Mönche aus Morimond das Kloster Kamp gründeten. "Sie galten als Krawallbrüder, weil sie ihren ursprünglichen Konvent, den Benediktiner-Orden, kritisierten: Ihr betet, aber arbeitet nicht", blickt Peter Hahnen auf die Gründungsjahre des Zisterzienser-Ordens zurück. Seine Begleiter erfahren, dass die Heilige Agatha auf Sizilien lebte und an den Folgen einer Folter starb, weil sie zu ihrem Glauben stand. Sie studieren den Kamper Stammbaum, der alle anderen Zisterzienser-Klöster aufzeigt, die vom Kloster Kamp abstammen. Und Peter Hahnen erzählt so manche kuriose Begebenheit zu den ausgestellten Objekten. So zum Beispiel, wie das originale Kamper Stundenbuch aus dem 14. Jahrhundert nach 500 Jahren auf den Kamper Berg zurückkehrte. Es stand nämlich in dem Londoner Auktionshaus Christie's zur Versteigerung an. "Ein Ordensbruder flog nach England, ersteigerte es und brachte es im Handgepäck mit nach Deutschland", erzählt Peter Hahnen, um anschließend seinen Gästen im Museum gleich eine ganze Kapelle zu präsentieren. Damit sind natürlich Messgewänder gemeint. Eine, die sich hinter Glas befindet, setzt sich aus vielen Stoff-Stücken zusammen. "Es handelt sich um Vorhang-Stoff", erläutert der Leiter des Zentrums. Höhepunkt: das Kamper Antependium, das sich in einem nur schwach beleuchteten Raum befindet. Der mit goldenen und silbernen Fäden bestickte grüne Seidenstoff wurde bei Hochfesten vor den Altar gehängt. Mit der Besichtigung des Museums ist der geschenkte Abend noch nicht zu Ende. Zum Abschluss geht es auf ein Gläschen Klosterwein (Rot und Weiß) ins Refektorium des Klosters, das in der Dunkelheit wunderbar angestrahlt ist. Hahnen erzählt vom Geistlichen und Kulturellen Zentrum, das vor allem durch ehrenamtliches Engagement getragen wird. Und es ist Zeit, sich darüber auszutauschen, wie es eigentlich ist, am 29. Februar Geburtstag zu haben. Und darüber, wann man feiert, wenn nicht gerade ein Schaltjahr ist. Carola Hillen feiert sonst am 28. Februar. "Weil ich ja nicht im März geboren bin." Jörg Evers und Marion Hanstein begehen ihren Geburtstag am 1. März, weil "man seinen Geburtstag nicht vor feiert", erklärt Hanstein.

FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Jörg Evers wird heute Morgen sich zuerst bei seinen Kollegen von der Straßenmeisterei mit Brötchen und Würstchen für die Glückwünsche bedanken und am Abend mit der Familie und Freunden feiern. Carola Hillen hat nur "ein kleines Programm" mit Familie und Freunden geplant. Und Marion Hanstein lässt sich heute mal bedienen und hat zum Essen eingeladen. Auf ein Geschenk freut sie sich schon sehr: "Mein Mann und ich gehen ins Musical ,Bodyguard'". Die RP sagt: Herzlichen Glückwunsch.

Quelle: RP
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