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Kamp-Lintfort
Der Künstlerin Natur auf der Spur

Kamp-Lintfort: Der Künstlerin Natur auf der Spur
Für Ben Gowert ist die Natur der größte Künstler. Er hat die Naturkunstwerke mit der Kamera festgehalten. FOTO: Marcus Koopmann
Kamp-Lintfort. Das Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp präsentiert im Gewölbekeller in einer Ausstellung die Natur-Fotografien von Ben Gowert aus Münster. Unter dem Titel "Stammwerke" sind 26 meist großformatige Bilder zu sehen. Von Jutta Langhoff

Die Natur ist der größte Künstler. Wer hat nicht schon einmal auf einem Spaziergang im Wald einen mit Flechten bedeckten Baumstamm betrachtet und dabei gedacht: "Das könnte auch ein Gemälde sein." Dem Münsteraner Künstler Ben Gowert ist das sehr häufig passiert. So häufig, dass er eines Tages beschloss, diese Naturkunstwerke mit der Kamera festzuhalten. Herausgekommen sind dabei Bilder von erstaunlich künstlerisch anmutenden Rindenstrukturen und Farbmustern, die in einer Auswahl vom morgigen Samstag an zehn Wochen lang im Gewölbekeller des Kamper Klosters, am Abteiplatz 13, zu sehen sein werden. "Stammwerke" hat Ben Gowert seine aus insgesamt 26 meist großformatigen Fotos bestehende Ausstellung genannt, und im Untertitel "Ursprung und Imagination".

Ein bewusst gewählter Titel, denn für den 41-jährigen Künstler zeugt jeder Baum mit seiner Rinde von "Werden und Gewordenem" und gibt seinem Betrachter damit eine Vorstellung vom künstlerischen Schaffen der Natur und dem Leben selber. "Ich habe immer schon gerne fotografiert, und war auch schon immer gerne in der Natur", erklärte er gestern bei einem Pressetermin im Gewölbekeller. Irgendwann hätten dann die Rinden der Bäume seine Aufmerksamkeit gefunden, so dass er mit der Kamera näher herangegangen sei, um besonders interessante Ausschnitte davon festzuhalten. Eine Absicht, die ihm wahrlich gelungen ist. Die schroffen, krustigen Strukturen wirken in ihrer Vergrößerung teilweise wie urzeitlich zerklüftete Gebirgszüge. Dabei schlängeln sich an manchen Stellen mitunter erstaunlich farbkräftige Linien durch die Borkenrisse und verstärken diesen gebirgigen Eindruck noch zusätzlich.

Andere, oft von wuchernden Flechten- und Moosflecken bedeckte Rinden erinnern dagegen eher an Luftaufnahmen unberührter Moor- und Sumpflandschaften. "Ich plane meine Fotoserien normalerweise vorher zu Hause am Computer und gehe dann gezielt auf Motivsuche", beschreibt Ben Gowert seine Arbeitsweise. "Manchmal sehe ich aber auch spontan etwas und mache davon gleich mehrere hundert Bilder."

Eine so entstandene, aus elf kleineren Schwarz-Weiß-Tafeln bestehende Serie ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Sie beginnt mit einem weiten Blick in einen Wald, und nähert sich dann schrittweise einem einzelnen Stamm, wobei der Hintergrund immer unschärfer wird. Die elf Bilder tragen innerhalb der Gesamtausstellung den gesonderten Titel "Behind birds and green". Sie gehören zu Ben Gowerts zurzeit aktuellsten Naturansichten und sind zum ersten Mal öffentlich zu sehen. Seine großformatigen Rindenbilder waren dagegen schon häufiger unter anderem in Düsseldorf und in seiner Heimatstadt Münster ausgestellt.

"Gowerts Blickwinkel sensibilisiert uns, das Mehr zu erkennen", heißt es in der Vorankündigung des für die Kamp-Lintforter "Stammwerke"-Ausstellung verantwortlichen Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp. Eine wirklich passende Beschreibung für diese Ausstellung.

Quelle: RP
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