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Geldern
Der Künstlerin Natur auf der Spur

Geldern: Der Künstlerin Natur auf der Spur
Für Ben Gowert ist die Natur der größte Künstler. Er hat die Naturkunstwerke mit der Kamera festgehalten. FOTO: Marcus Koopmann
Geldern. Kloster Kamp präsentiert Fotografien von Ben Gowert aus Münster. Von Jutta Langhoff

Die Natur ist die größte Künstlerin. Wer hat nicht schon einmal auf einem Spaziergang im Wald einen mit Flechten bedeckten Baumstamm betrachtet und dabei gedacht: "Das könnte auch ein Gemälde sein." Dem Münsteraner Künstler Ben Gowert ist das sehr häufig passiert. So häufig, dass er eines Tages beschloss, diese Naturkunstwerke mit der Kamera festzuhalten. Herausgekommen sind dabei Bilder von erstaunlich künstlerisch anmutenden Rindenstrukturen und Farbmustern, die in einer Auswahl bis zum 26. Juni im Gewölbekeller des Kamper Klosters am Abteiplatz 13 zu sehen sind (Öffnungszeiten täglich von 11 bis 17 Uhr, samstags ab 14 Uhr). "Stammwerke" hat Gowert seine aus 26 meist großformatigen Fotos bestehende Ausstellung genannt, im Untertitel "Ursprung und Imagination".

Ein bewusst gewählter Titel, denn für den 41-jährigen Künstler zeugt jeder Baum mit seiner Rinde von "Werden und Gewordenem" und gibt seinem Betrachter damit eine Vorstellung vom künstlerischen Schaffen der Natur und dem Leben selber. "Ich habe immer schon gerne fotografiert, und war auch schon immer gerne in der Natur", erklärte er im Gewölbekeller. Irgendwann hätten dann die Rinden der Bäume seine Aufmerksamkeit gefunden, so dass er mit der Kamera näher herangegangen sei, um besonders interessante Ausschnitte davon festzuhalten. Eine Absicht, die ihm wahrlich gelungen ist. Die schroffen, krustigen Strukturen wirken in ihrer Vergrößerung teilweise wie urzeitlich zerklüftete Gebirgszüge. Dabei schlängeln sich an manchen Stellen mitunter erstaunlich farbkräftige Linien durch die Borkenrisse und verstärken diesen gebirgigen Eindruck noch zusätzlich.

"Ich plane meine Fotoserien normalerweise zu Hause am Computer und gehe dann gezielt auf Motivsuche", beschreibt Gowert seine Arbeitsweise. "Manchmal sehe ich aber auch spontan etwas und mache davon gleich mehrere hundert Bilder." Eine so entstandene, aus elf kleineren Schwarz-Weiß-Tafeln bestehende Serie ist ebenfalls in der Ausstellung. Sie beginnt mit einem weiten Blick in einen Wald und nähert sich dann schrittweise einem einzelnen Stamm, wobei der Hintergrund immer unschärfer wird.

Quelle: RP
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