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Kamp-Lintfort
Der Maler, der auch zaubern kann

Kamp-Lintfort. Der niederländische Künstler Wouter Weerman stellt in den kommenden zehn Wochen unter dem Titel "Texel auf Kamp" im Museum Kloster Kamp aus. Zu sehen sind großflächige Farbkompositionen aber auch Landschaftsbilder. Von Jutta Langhoff

Nicht alle Künstler sind auch Lebenskünstler, auf den niederländischen Maler Wouter Weerman, dessen Arbeiten ab Samstag die nächsten zehn Wochen im Museum Kloster Kamp, Am Abteiplatz 24, zu sehen sein werden, trifft jedoch beides zu. Darüber hinaus ist er außerdem auch noch Gärtner, Zauberer, spiritueller Denker und humanistischer Visionär. "Ein ungewöhnlicher Mann", wie Peter Hahnen, Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp findet.

Als er den 1976 in Groningen geborenen Künstler zum ersten Mal bei einem Besuch auf der niederländischen Insel Texel traf, gab der gerade eine öffentliche Zaubervorstellung auf der Straße. "Ich zaubere selbst ein bisschen und war deswegen natürlich sofort neugierig. Wir haben uns dann mit einander bekannt gemacht, und später habe ich ihn dann in seinem Wohnort Den Hoorn besucht und war verblüfft, dass er auch malt." Die Bilder, die er sah, waren meist farbenfrohe, mit kräftigen Pinselstrichen in Öl gemalte Texellandschaften und üppige Blütenmotive. Bilder, die Weerman vor allem an Touristen verkauft.

Daneben sah er aber auch reine Farbkompositionen mit zarten, aquarellartigen Verläufen. Diese Bilder, erklärte ihm Weerman, male er zu klassischen Musikklängen als Reflexionen zu Erlebnissen von Abschied und Trauer, aber auch zu positiven Gefühlen, wie Freude am Leben oder Hoffnung auf tiefe Geborgenheit. "Das passte zu uns. Wir bieten ja in unserem Geistlichen und Kulturellen Zentrum unter anderen auch Trauerseminare an, die sich genau mit diesen Themen beschäftigen", erklärte Hahnen.

"Die Landschafts- und Blumenbilder male ich meist sehr schnell, innerhalb weniger Stunden", beschrieb Wouter Weerman seine Arbeitsweise. Als Vorlage benutze er in der Regel Fotos, manchmal mache er aber auch vorher kleine Skizzen. Draußen vor Ort arbeite er allerdings selten. Da gäbe es ihm zu viele Zuschauer. "Ich male ja sowieso nicht genaue Orte, sondern mehr den Eindruck, den ich davon im Kopf habe."

Seine Farbkompositionen entstehen dagegen weit weniger schnell. Dafür braucht er manchmal mehrere Monate. "Mein Leben ist eine ganzheitliche Sache. Diese Bilder sind für mich so etwas wie Verbindungselemente zwischen meiner introvertierten Arbeit als Gärtner und meinen extrovertierten Auftritten als Zauberer."

All dem hat Hahnen bei der Gestaltung der beiden Ausstellungsräume versucht Rechnung zu tragen. So hängen entsprechend dem Titel "Texel auf Kamp" im vorderen Raum vor allem Weermans Landschafts- und Blumenbilder, während der hintere Raum seine meist großflächigen Farbkompositionen zeigt. Daneben sind in mehreren Glasvitrinen diverse Gegenstände aus seinem Gärtner- und Zaubererleben zu sehen, darunter zum Beispiel eine Sammlung ungewöhnlicher Mausefallen, die er so erklärt: "Ein Zauberkünstler muss wie eine Mausefalle sein. Er muss seine Zuschauer zuerst anlocken, dann eine Weile binden und schließlich am Ende wieder freigeben."

In der großen Wandvitrine an der Stirnseite des zweien Raumes befinden sich außerdem zwei Modelle eines an einen Schildkrötenpanzer erinnernden Gebäudes. Nach einer schon lange gehegten Vision Wouter Weermans sollen darin eines Tages Menschen in größtmöglicher Freiheit und Harmonie mit der Natur gemeinsam ihre künstlerischen Neigungen entwickeln.

Quelle: RP
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