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Kamp-Lintfort
Der Reformator rockt den Reichstag

Kamp-Lintfort: Der Reformator rockt den Reichstag
Der Projektkinderchor der evangelischen Kirchengemeinde hatte unter der Leitung von Kantorin Dorothee Peldszus-Rentel das Stück seit September 2016 einstudiert. Die Lieder schrieb das Ehepaar Miriam Küllmer-Vogt und Fabian Vogt. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Der Projektkinderchor der Evangelischen Kirchengemeinde Lintfort führte ein Musical über das Leben Martin Luthers auf. Von Peter Gottschlich

Die Zuschauer konnten selbst in die Handlung eingreifen: Mit ihren Händen auf die Beine klatschen sollten sie, mit den Füßen auf den Boden stampfen und dabei "Hu" blasen - alles, um jenen Sturm darzustellen, in den Martin Luther anno 1505 geriet. Der Student der Theologie, der von Nicolas Cuber gespielt wurde, hatte damals Angst, in die Hölle zu kommen und nicht in den Himmel. Nachdem der Sturm vorüber war, sangen die Schüler ein Lied "Von der Freiheit", im Pop-Stil, wie später im Rock-Stil das "Hier stehe ich" über Luthers Auftritt auf dem Reichstag zu Worms. Hier stand der Reformator in Person vor ihnen, und das Publikum gab ihm dem Tipp, sich auf der Wartburg zu verstecken, sich Junker Jörg zu nennen und die Bibel ins Deutsche zu übersetzen.

Am Freitagabend führten 19 Kinder des Projektkinderchores der evangelischen Kirchengemeinde Lintfort das Stück "Alles Liebe, Martin Luther" auf. Sie sangen die Lieder, die das Komponistenehepaar Miriam Küllmer-Vogt und Fabian Vogt geschrieben hatte. Die Songs wurden durch Spielszenen verbunden. Zum 500. Reformationsjubiläum drehten sie sich um den Reformator, um seine Angst und sein Vertrauen in Gott, seine Selbstzweifel und seinen Mut zur "Freiheit eines Christenmenschen".

Rund 140 Zuschauer waren in die Kreuzkirche gekommen, um die Schauspieler und Sänger zu erleben, und am Ende wurde nicht mit Applaus gespart. Die Darsteller wiederum bedankten sich bei ihrer Regisseurin Dorothee Peldszus-Rentel. Mit der Kantorin hatten sie sich seit September jeden Freitagnachmittag getroffen, um im Paul-Gerhardt-Haus im Niersenbruch das Reformationsmusical einzustudieren. Dabei wurden sie von den Müttern Renata Velten und Michaela Lammersdorfs unterstützt. "Wir waren immer eine gute Stunde zusammen", erzählte Dorothee Peldszus-Rentel. "Im Chor sind die Kinder zwischen acht bis 14 Jahre alt. Es gibt einen festen Stamm von Teilnehmern. Einige hören nach einer Aufführung auf, dafür kommen neue hinzu. Die Kinder müssen nicht christlich getauft sein."

Anfang September lädt sie das nächste Mal ein. Der Projektkinderchor kommt wieder jeden Freitagnachmittag zusammen, um ein neues Musical einzustudieren. "Welches es sein wird, weiß ich jetzt noch nicht, aber nach den Sommerferien weiß ich es", sagte die Kantorin.

Zunächst hat sie ein anderes großes Ereignis vor Augen. Am Sonntag, 9. Juli, feiert die evangelische Kirchengemeinde Lintfort ihren 100. Geburtstag. Dieser beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kreuzkirche, zu dem der Kirchenchor singt, den die Kantorin leitet.

Zum Gottesdienst haben zahlreiche Ehrengäste ihr Kommen zugesagt, zum Beispiel der Superintendent des Kirchenkreises Moers, Wolfram Syben. Die Gäste sprechen ihre Grußworte zum Jubiläum. Danach schließt sich vor dem Gotteshaus ein buntes Programm an, unter anderem mit einem Spielparcours für Kinder.

Quelle: RP
 
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