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Kamp-Lintfort
Der Umbau im Rathauscenter beginnt

Kamp-Lintfort: Der Umbau im Rathauscenter beginnt
Projektentwickler Thomas Krüger auf der Baustelle. Hier wird in den nächsten Monaten die neue Kamp-Lintforter Mediathek entstehen. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Nächste Woche rücken die Arbeiter an. Ende des Jahres soll die neue Mediathek bezugsfertig sein. "Wir halten den Zeitplan ein", verspricht Projektentwickler Thomas Krüger. Weitere Bauarbeiten werden im Frühjahr 2015 folgen. Von Josef Pogorzalek

Die Bauanträge sind gestellt, nächste Woche, so plant Projektentwickler Thomas Krüger, kann der Bau der neuen Mediathek für Kamp-Lintfort im Rathauscenter beginnen. "Wir werden den Zeitplan einhalten", verspricht er. "Hundertprozentig." Im Herbst 2015 hat die Stadt das Rathauscenter an eine Investorengruppe verkauft. Kurz später beschloss der Rat das neue Konzept für die geplante Mediathek, wie die Stadtbücherei künftig heißen wird. Seither war zumindest in der Öffentlichkeit kaum noch die Rede davon. Schon beginnen sich manche Kamp-Lintforter zu fragen, ob die Pläne noch Gültigkeit haben.

Tatsächlich werde mit Hochdruck am Umbau des Rathauscenters gearbeitet, sagt Projektentwickler Thomas Krüger. "Ich bin jeden Tag in Kamp-Lintfort." Der Borkener steht in ständigen Abstimmungsgesprächen mit der Stadt und Architekt Jochen Usinger, der den Innenbereich der Mediathek plant. Auf 1500 Quadratmetern wird sich die Mediathek ausbreiten, in einem Teil des Rathauscenters, in dem früher Kühl- und Lagerräume sowie Büros waren. Vorarbeiten sind bereits erfolgt. Ein Teil des maroden Daches wurde abgedichtet, ein Teil der hinteren Außenwände entfernt. "Da kommen bodentiefe Fenster rein", sagt Krüger. Hell und licht werde der Raum sein. "Offen und gemütlich zugleich." Brandschutzwände müssen eingezogen, eine Belüftung muss installiert werden. Und die Decke - "die wird richtig schick." Sie werde nicht durchgehend gleich hoch sein, sondern abgestuft. Die Konstruktion koste ein Mehrfaches einer normalen Decke und werde auf Wunsch der Stadt eingezogen. Die Stadt wird die Mediathek-Räume 20 Jahre lang mieten. Der langfristige Vertrag sorgte im Rat für Kritik der CDU. Krüger kann diese einerseits nachvollziehen. Andererseits versichert er, dass die Stadt hart aber fair verhandelt und eine Miete herausgeschlagen habe, die angesichts der hohen Investitionen günstig sei. "Ich würde den Vertrag bei dem Mietpreis nie wieder unterschreiben."

Der Bau der Mediathek ist der eine, der Umbau des Ladenbereichs im Rathauscenter der andere Teil des Projekts. Letzterer ist für Frühjahr 2017 vorgesehen. Der Grund: In der besonders umsatzstarken Zeit zwischen September und März möchten Geschäfte weder schließen noch umziehen. Geplant ist der Umzug von Woolworth auf eine Fläche neben der Mediathek, die ebenfalls noch hergerichtet werden muss. Tedi und Kik bleien als Bestandsmieter im Rathauscenter. Allerdings wird Kik sich etwas verkleinern und Tedi etwas verlagern. Beide Geschäfte werden den Betrieb für einige Zeit einstellen müssen. "Kik vier Wochen, Tedi sechs", sagt Krüger.

Die "Mall", der Durchgang durch das Rathauscenter, wird ebenfalls leicht verlagert und etwas schmaler als heute neu angelegt. Dadurch entsteht Platz für ein weiteres, 975 Quadratmeter großes Ladenlokal. Den Mieter möchte Thomas Krüger noch nicht verraten. Man habe jedoch "klare Vorstellungen", die Verhandlungen mit einem Interessenten stünden kurz vor dem Abschluss. Auch der Plan, auf dem Dach des Rathauscenters ein Fitness-Studio anzusiedeln, sei "sehr weit" gediehen.

Zum Gesamtpaket zählen auch die Anlage neuer Eingänge und die Sanierung der Tiefgarage mit 336 Plätzen sowie des Parkplatzes neben Kik. Eine "mittlere siebenstellige Summe" gebe die SME GbR als Investor des Rathauscenter-Umbaus aus, sagt Krüger. Die SME GbR hat ihren Sitz in Nister-Möhrendorf, einem 300 Einwohner zählenden Dorf in Rheinland-Pfalz. Es handle sich um eine Gruppe von Geldanlegern rund um Erhard Stark, der ein Unternehmen leitet, das Formen für die Automobilindustrie baut und in Nister-Möhrendorf wohnt. Die SME wolle das Rathauscenter langfristig als Eigentum behalten. Auf Geldgeber, die das umgebaute Rathauscenter möglicherweise an einen Fonds abstoßen, habe man sich nicht einlassen wollen, sagt Krüger. "Hier geht es nicht darum, einen schnellen Euro zu verdienen."

Quelle: RP
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