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Kamp-Lintfort/Moers
Deutlich weniger Besucher bei der Mai-Kundgebung

Kamp-Lintfort/Moers. Seit 55 Jahre besucht Albrecht Kowalsky die Kamp-Lintforter Maikundgebung. "Ich bin Gewerkschafter mit Leib und Seele", sagt der 84-jährige Bergmann, der immer mit seiner Frau Hedwig zur Feier am 1. Mai in die Stadthalle kam. Zum ersten Mal fand die Kundgebung nun auf dem Campus der Hochschule statt.

Ohne das Ehepaar Kowalsky. "Diesmal haben wir einer Familienfeier den Vorzug gegeben." Auch andere ältere Gewerkschaft waren nicht dabei.

So besuchten nur 150 Personen die Kundgebung am neuen Ort, die unter dem Motto "Zeit für mehr Solidarität" stand. Im letzten Jahr waren es mit 330 mehr als doppelt so viele gewesen. Anfang der Nullerjahre hatte die Anzahl sogar weit über 500 gelegen. Es war eine der größten Kundgebungen der Region.

"Mit dem Wechsel sind wir ein Risiko eingegangen", sagte Tim Schmidt. "Wir wollten der Kundgebung neues Leben einhauchen. Wir wollten neue Besucher gewinnen." Der Verdi-Sekretär für den linken Niederrhein organisierte die Kundgebung zum "Tag der Arbeit" zum ersten Mal. Anders als seinem Vorgänger Peter Woth, dem ehemaligen Vorsitzenden der Vertrauensleutekörperschaft des Lintforter Bergwerkes, gelang es ihm nicht, einen Landes- oder Bundespolitiker nach Kamp-Lintfort zu holen. So war Jürgen Czech Hauptredner. "Es ist an der Zeit für mehr Solidarität", sagte der Rechtsschutzbeauftragte der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Rheinland. "Wir demonstrieren für mehr Solidarität zwischen Einheimischen und Flüchtlingen, Schwachen und Starken."

Nachdem in Kamp-Lintfort halb so viele Besucher kamen, ist die Veranstaltung nur noch so groß wie jene in Moers. Dort hat sich die Zahl bei 150 eingependelt, die zur Festivalhalle am Solimare kommen. Die Organisatoren der DGB-Region Niederrhein konnten Frank Löllgen als Hauptredner gewinnen, der Landesbezirksleiter der IGBCE Rheinland. Auch er forderte "mehr Solidarität" ein.

(got)
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