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Kamp-Lintfort
Die Ackerhelden starten in die Saison

Kamp-Lintfort. Die Kamp-Lintforter Gartensaison startet am 16. Mai in die zweite Runde. Auf einem 500 Quadratmeter großen Gelände in Hoerstgen können Städter wieder eine Parzelle mieten und selbst Gemüse anbauen. Initiatoren sind die Ackerhelden. Von Anja Katzke

Echte Gärtner kennen die Bauernregeln. "Man kann sich auf sie gut verlassen", sagt Tobias Paulert. Und deshalb warten der Essener Jungunternehmer und sein Kompagnon Birger Brock die Eisheiligen ab, bevor sie die zweite Saison der Ackerhelden an der Schlossallee im Kamp-Lintforter Stadtteil Hoerstgen einläuten. Ab dem 16. Mai kann dort jeder - Rentner, Familien oder Single - sein gemietetes Fleckchen Erde bestellen. "Das Angebot wurde im vergangenen Jahr sehr gut angenommen, so dass wir dieses Mal größer planen", berichtet Tobias Paulert.

Genau 60 Parzellen werden dieses Jahr auf dem 500 Quadratmeter großen Grundstück kurz vor dem Biolandhof Frohnenbruch angelegt. Die Eigentümer Klaus und Bärbel Bird sind die landwirtschaftlichen Partner der Ackerhelden in Hoerstgen. Bundesweit gibt es inzwischen 18 solcher Standorte, an denen Städter die Möglichkeit haben, ökologisch zu ackern und eigenes Obst und Gemüse anzubauen.

Mit der Familie Bird habe sich eine richtig schöne Freundschaft entwickelt, berichtet Paulert im Gespräch mit dem Grafschafter. "Wir möchten die Menschen wieder näher an das heranführen, was sie täglich essen", teilen der 39-Jährige und sein Kompagnon Birger Brock (39) zum Start in die neue Saison in einer Pressemitteilung mit. "Wir wollen einfach zeigen, wo das Essen herkommt und so der Entfremdung der Menschen von der Lebensmittelproduktion entgegenwirken". Darum haben die beiden Essener Ende 2012 "Ackerhelden" gegründet. Seitdem bieten die beiden Schulfreunde landesweit und streng nach den Richtlinien von Bioland, Biokreis, Demeter oder Naturland biozertifizierte Gemüseäcker zum Mieten an. Die Parzellen sind 40 Quadratmeter groß und zum Saisonstart Mitte Mai mit bereits 20 Gemüsesorten bepflanzt. Im Laufe der Saison gibt es dann Saatgut und Jungpflanzen für zehn weitere Sorten, um die abgeernteten Reihen aufzufüllen. Das ist ebenso inklusive wie Gießwasser, die Nutzung von Gießkannen und Ackergeräten sowie Beratung, damit das Gemüse auch etwas wird. Angebaut wird, was das Herz begehrt: Kartoffeln natürlich, aber auch Kohlrabi, Kopfsalat, Kürbis, rote Beete, Tomaten und vieles mehr. "Im vergangenen Jahr war auf dem Gelände jede Altersschicht vertreten: Erwachsene Mitte 30 bis 40, Eltern mit ihren Kindern, ganz junge Leute, aber auch Rentner", berichtet Tobias Paulert.

"Die Interaktion ist riesig. Die Leute verabreden sich zum Ackern, tauschen ihre Ernte und übernehmen die Urlaubsaufsicht. Es war eine schöne Ackergemeinschaft." Gärtnern an der frischen Luft, gesunde Ernährung und idyllische Landschaft, das mache die Ackerhelden aus. Der Erfolg der Idee gibt den beiden Jungunternehmern recht. Vor wenigen Tagen haben sie gemeinsam mit dem Unternehmen Vamos-Reisen und dem Bioland-Hof Rose in der Lüneburger Heide den zweiten Platz beim Touristikpreis "Golden Palme 2015" in der Kategorie "Reise mit Kindern" gewonnen.

Zudem sind sie in der Kategorie Lifestyle für den Greentec Award, Europas größtem Umwelt- und Wirtschaftspreis, nominiert und schon jetzt unter den letzten drei Unternehmen.

Quelle: RP
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