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Kamp-Lintfort
Die Lineg stellt Bilder vom Meer aus

Kamp-Lintfort: Die Lineg stellt Bilder vom Meer aus
Die Arbeiten von Folkert Rasch sind für den Ausstellungsort wie geschaffen. Wasser ist für die Lineg ein wesentliches Element ihres Aufgabenbereichs. FOTO: creich
Kamp-Lintfort. Galerie Schürmann und die Linksrheinische Entwässerungsgenossenschaft kooperieren einmal mehr in Sachen Kunst und präsentieren die Arbeiten des Kölner Künstlers Folkert Rasch. Die Ausstellung läuft bis Mitte August. Von Anja Katzke

Seine Bilder erzählen vom Meer. Sie zeigen Sandstrände, zerklüftete Uferbereiche, Wellen und schäumende Gischt. "Rimbaud hat gesagt: Die Ewigkeit findet sich dort, wo sich Sonne und Meer vereinen", zitiert Folkert Rasch den Autor. "Das ist mein Motto." Seine Verbindung zum Meer ist eine ganz natürliche. Folkert Rasch, der heute in Köln lebt, wuchs in Wilhelmshaven auf. "Das Meer ist mein Sehnsuchts- und Entspannungsort." In der neuen Ausstellungen, die Lineg und Galerie Schürmann gemeinsam im Verwaltungsgebäude an der Friedrich-Heinrich-Allee ab Freitag präsentieren, zeigt der Kölner Künstler in 55 Spielarten auf Leinwand, wie faszinierend das Meer sein kann. Die Arbeiten sind für den Ausstellungsort wie geschaffen. Wasser ist für die Entwässerungsgenossenschaft ein wesentliches Element ihres Aufgabenbereichs. "Ich kenne seine Arbeiten seit langem", sagt Andreas Verfürth, Inhaber der Galerie Schürmann. "Ein glücklicher Zufall brachte uns dann zusammen."

Rasch, der in Braunschweig Malerei studiert hatte und seinen Fokus zunächst auf die gegenständliche Kunst richtete, entdeckte das Meer für sich als Thema, je weiter er sich von ihm entfernte. "Ich entschlackte meine Bilder. Und dies ging so weit, dass ich nur noch das Meer gemalt habe", sagt er. Menschen und Schiffe fehlen. Sie stören die selbst auferlegte Ordnung. Und das ist das Besondere seiner Kunst. Die Bildkomposition ist streng und geordnet: Horizont, Licht, klare Linien, starke Strukturen - das sind für Folkert Rasch aus Köln die Bestandteile der künstlerischen Harmonie und Schönheit. "Der Goldene Schnitt spielt für mich eine wichtige Rolle", betont der Künstler. Der Horizont ist in Folkert Raschs Arbeiten nicht immer in der Bildmitte zu finden, zuweilen treffen Himmel und Meer erst im oberen Drittel aufeinander und geben dem Blick des Betrachters einen Halt. Die Grenzen zwischen Gegenständlichem und Abstraktem sind längst fließend geworden in den Bildern des Künstlers. Er nutzt die komplette Variationsbreite. Er arbeitet im Quer-, Hoch-, und Großformat. Das Zwillingsbild "Untiefen" - zwei Hochformate, die in reduzierten Grau- bis Anthrazittönen der Philosophie des Meeres nachspüren, sprechen an. "Ich habe selbst Zwillinge. Sie sind sich ähnlich, aber nicht gleich." Seine Arbeiten entstehen allerdings nicht am Meer, sondern zu Hause im Kölner Atelier. "Dort erfinde ich die Bilder neu. Es ist meine positive Utopie. Es geht mir darum, Dinge zu schaffen, die aus einem Guss sind - während die Welt so nicht ist." Er komponiert Farben, Strukturen und Linien zu einer Wasserlandschaft, so als ob es sie tatsächlich geben würde. "Die Abgeschiedenheit meines Kölner Ateliers gibt mir die Möglichkeit, über das Meer nachzudenken", sagt der Künstler und fügt hinzu: "Würde ich an der Nordsee leben, so würde ich wohl die Berge malen." Das Ungewöhnliche in den Ausstellungen des Künstlers ist aber immer ein Bild, das von allen anderen abweicht. Es zeigt einen Gecko auf blauem Grund. "Es ist mein Glücksbringer."

Vernissage ist am Freitag, 24. April, 18 Uhr. Die Arbeiten sind bis zum 15. August zu sehen.

Quelle: RP
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