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Kamp-Lintfort
Drei Spielleute bringen den Blues in die Kirche

Kamp-Lintfort: Drei Spielleute bringen den Blues in die Kirche
Die Christuskirche war farbig ausgeleuchtet. FOTO: Reichwein
Kamp-Lintfort. Folk-Rock-Gruppe "Minstrels' Minds" gastierte in der Christuskirche. Einnahmen kommen Förderverein zu Gute.

Im Mittelalter zogen die Ménestrel, die mittelalterlichen Spielleute, durch die Lande, um das Volk mit ihren Balladen und ihrer gesungenen Poesie zu unterhalten. Davon abgeleitet wird eine im Amerika des 19. Jahrhunderts populäre Form der Unterhaltungsmusik als Minstrel bezeichnet.

Am Niederrhein kennt man heute unter dem Namen Minstrels' Mind eine dreiköpfige Folk-Rock-Gruppe, die ausschließlich mit eigenen Stücken ihre Zuhörer immer wieder zu begeistern versteht. So auch in der Kamp-Lintforter Christuskirche, wo Minstrels' Mind am Sonntagabend gastierte. Wie gewohnt blieben Katrin Giesen, Ralf Raber und Heinz Lötters auch diesmal ihrem Markenzeichen treu: einem Stilmix, der quer durch beinahe alle Musikrichtungen geht und von ruhigen Akustikballaden über orientalische, afrikanische und irische Einflüsse bis hin zu kraftvollen rockigen Songs, aber auch Anklängen aus Blues und Countrymusik für jeden Geschmack das Richtige zu bieten hat.

"Wir tragen die unterschiedlichsten Sachen zusammen", erklärte Ralf Raber. Ihr Umgang mit der Musik ist, wie die drei modernen Spielleute versichern, locker und spielerisch und der Spaß an der Musik und der vielseitigen Instrumentierung wichtiger als musikalische Perfektion. Dennoch mussten die rund 30 Konzertbesucher in der Christuskirche auf musikalische Qualität keineswegs verzichten. Minstrels' Mind schreibt seine Stücke teils auf deutsch, teils auf englisch: von "Lass uns wie die Wellen sein" oder "Wahre Liebe" bis "The rivers of fate" eine abwechslungsreiche Mischung, in die persönliche Lebenserfahrung ebenso einfließt wie Inspiration aus der Natur.

Zum besonderen Hörvergnügen werden die Songs durch die unterschiedlichsten Besetzungen, die trotz der rein akustischen Instrumentierung auch hier geboten wurde. Da wechselte die Gitarre mit der Oud, der Kurzhalslaute, die einen Hauch Orientalik durch den Kirchenraum wehen ließ, gingen Mundharmonika, Glockenspiel und Akkordeon einen munteren Klangmix ein, der nicht nur auf der Bühne für gute Laune sorgte. Das Publikum ließ sich gern mitnehmen auf eine faszinierende Reise durch die Klangwelten, jenseits von Raum und Zeit. Es gab viel Applaus und angeregte Gespräche im Geist der Minnesänger. Die Ausgangskollekte des Konzerts soll dem Förderverein zugute kommen, der im Rahmen eines "KirchePLUS"-Konzepts für die Erhaltung, dem Umbau und den Betrieb der Christuskirche "als ein offenes, christliches und kulturelles Zentrum für Menschen im Quartier und in der Stadt" kämpft.

(prs)
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