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Prozess in Kleve
Ehemalige Prostituierte soll mit Komplizen Exfreund beraubt haben

Kamp-Lintfort/Moers. Eine ehemalige Prostituierte aus Kamp-Lintfort  und vier weitere Angeklagte müssen sich erneut wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung vor Gericht verantworten. Seit Montag befasst sich das Landgericht Kleve mit dem Fall.

Die Angeklagten sollen den Exfreund der Kamp-Lintforterin in einen Hinterhalt gelockt, mit einer Waffe bedroht und verprügelt haben. Die Angeklagten waren 2014 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Gegen die heute 26-Jährige, damals als Prostituierte in Köln tätig, wurden fünf Jahre Gefängnis verhängt. Weil der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil aufhob, soll erneut geprüft werden, ob der Vorwurf des besonders schweren Raubes zutrifft - wenn nicht, könnte das Urteil milder ausfallen.

Mehrere Beteiligte hatten die Körperverletzung eingeräumt und stellten auch die Wegnahme des Mobiltelefons nicht in Abrede. Die "Zueignungsabsicht" sei ist allerdings laut BGH nicht explizit festgestellt worden. Die Angeklagten hatten bestritten, dass sie das Handy für sich verwenden wollten. Ihr Motiv sei gewesen, nach Fotos zu sehen, mit der die Angeklagte möglicherweise erpresst werden könnte.

Montag sollte der Geschädigte aussagen, war aber wegen einer Erkrankung nicht erschienen. Er ist der Exfreund der Kamp-Lintforterin, die ihn unter einem Vorwand zu dem abgelegenen Waldweg in der Nähe des Fernsehturms gelockt haben soll. Als Grund nannte sie, dass der Mann gedroht habe, ihrer Mutter von der Tätigkeit im Rotlichtmilieu zu erzählen. Dies habe er mit Handybildern belegen wollen. Unter Schlägen soll der Mann das Handy herausgegeben haben. Dann ließen die Täter ihn bewusstlos auf dem Feldweg zurück. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

(BL)
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