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Kamp-Lintfort
Ein Dankeschön für alle Flüchtlingshelfer

Kamp-Lintfort: Ein Dankeschön für alle Flüchtlingshelfer
Das Sommerfest mit Grill und internationalem Mitbringbüfett sorgte für einen Nachmittag voller Begegnungen. Es war eine bunte Helferschar, die sich auf unterschiedlichste Weise in der Flüchtlingshilfe einbringt. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Die Flüchtlingshilfe "Welcome" hat am Sonntag alle Ehrenamtlichen zu einem Dankeschön-Fest am Josef-Jeurgens-Haus eingeladen. Viele engagieren sich seit Monaten, damit die geflüchteten Menschen sich in Kamp-Lintfort zurechtfinden. Von Sabine Hannemann

Das Josef-Jeurgens-Haus an der Josefkirche in Kamp-Lintfort erwies sich als idealer Ort für ein Treffen aller ehrenamtlich Aktiven in der Flüchtlingshilfe. Das Sommerfest mit Grill und internationalem Mitbringbüfett sorgte für einen Nachmittag voller Begegnungen. "Schön, euch alle zu sehen", erklärte Pastoralreferent Thomas Riedel. Er schaute in eine bunte Helferrunde, die seit rund anderthalb Jahren den Flüchtlingen in Kamp-Lintfort hilft, mit dem Leben vor Ort klar zu kommen. Ein unverzichtbares Engagement, das anderen zu Gute komme, so Rieger. "Menschen überwinden im Miteinander Grenzen und stellen die Angst vor dem Fremden hinten an." Die Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen mit über 40 Nationalitäten ist in Kamp-Lintfort gut aufgestellt und eingespielt. Sie wird von verschiedenen Stellen geleistet und geschieht auf kurzem Weg, so eine erste Bilanz. Involviert sind in Kamp-Lintfort viele, wie die St.-Josef-Gemeinde, die Caritas, Vereine und die Bürgerschaft selbst, die sich alle in der Helferrunde einfinden.

"Wir erleben enorme Hilfsbereitschaft", sagt Sabine Marx-Krimi von der Caritas. "Institutionen und Verwaltungen untereinander sind gut vernetzt und ermöglicht einen direkten Informationsaustausch", ergänzt Thomas Riedel. Von Vertrautheit im Umgang mit den verschiedenen Kulturen ist die Rede. Rund 600 Flüchtlinge leben derzeit vor Ort. "Ich fühle mich um die kulturelle Praxis bereichert", so Liesel Jesse, die nach Beendigung ihrer Tätigkeit als Pastoralreferentin gleich in ein neues Betätigungsfeld einstieg. "Wir haben anfangs viel improvisiert", sagt sie. Die gut 60-köpfige Helferrunde fällt durch ihre generationen- und nationenübergreifenden Mitglieder auf. Esma Macani stammt aus Albanien und wuchs in Kamp-Lintfort auf. Für sie war es eine Selbstverständlichkeit sich einzubringen, Flüchtlinge bei Behördengängen oder bei Arztbesuchen zu begleiten. "Die Verständigung klappt", sagt sie. Zur Not hilft auch Dr. Google. Esma organisiert mit die Verteilung von Sachspenden und hat einen Blick dafür, wo noch etwas für den Alltag fehlt. Ihr schließen sich wiederum andere an, so der Syrer Ali Alhaje, der seit August 2015 in Kamp-Lintfort lebt und mittlerweile ebenfalls als "Brückenbauer" zwischen den Nationen agiert. Er übersetzt, begleitet und packt an, beispielsweise, wenn Möbel aufgestellt werden müssen. "Ich erlebe eine unglaubliche Gastfreundlichkeit. Freundschaften sind entstanden und werden weiterhin gepflegt, auch wenn diese Menschen heute an einem anderen Ort leben", sagt Esma. Auf andere Aspekte macht Liesel Jesse aufmerksam.

Die Frage nach der Religion bestimme nicht das Zusammenleben. Vielmehr bereitet das Weltgeschehen Sorgen, etwa die religiös orientierten Attentate in Deutschland. Die Fürbitte am Sonntag bei der Messe machte es deutlich, so Liesel Jesse. Ein weiterer Aspekt: Gerade zu Beginn der Flüchtlingsbetreuung wurden auch kritische Stimmen von sozial Benachteiligten laut, dass sich nun alles auf die Neuankömmlinge konzentriere und zur gesellschaftlichen Schieflage führen würde. "Gerade bei der Verteilung von Sachspenden stimmt das nicht. Jeder kann sich melden. Das konnten wir zeigen und beispielsweise Hartz IV-Empfänger auf diese Weise direkt mit den Möglichkeiten bekannt machen", sagt Liesel Jesse.

Quelle: RP
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