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Kamp-Lintfort
Ein Ort der Ruhe für Schwerkranke

Kamp-Lintfort: Ein Ort der Ruhe für Schwerkranke
Veronika Hegmann, Dr. Ute Becker, Schwester Stefanie Christen im Gespräch mit einer Patientin. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Die Palliativstation am St.-Bernhard-Hospital wurde durch großes Engagement ermöglicht: Mehr als 130 Spender halfen bis heute dabei, dass die Station eingerichtet werden konnte. Guido Lohmann reiht sich mit "Bewegen hilft" ein. Von Anja Katzke

Die fünf Patientenzimmer sind wohnlich eingerichtet: Holzverkleidungen in warmen Rottönen, eine besondere Beleuchtung und bequeme Sitzmöbel vermitteln Gemütlichkeit. Die Patienten sollen sich hier wohlfühlen und Ruhe finden. "Wir möchten den Menschen, die unheilbar erkrankt sind, Geborgenheit schenken", betont Dr. Ute Becker, Departmentleiterin der Palliativstation am St.-Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort. Die Station, die im August 2015 eingeweiht wurden, hat die ganzheitliche Betreuung der Patienten zum Ziel. Ein speziell geschultes Team aus Ärzten und Pflegern kümmert sich um die Betroffenen, nimmt sich Zeit und Raum, um mit einer individuellen Therapie Beschwerden zu mildern und die Lebensqualität ein wenig zu verbessern. Dass am St.-Bernhard-Hospital eine Palliativstation eingerichtet werden konnte, ist der Hilfe zahlreicher Spender zu verdanken.

Mehr als 130 halfen bislang dabei, dass die neue wichtige Station von der ersten Idee bis zur Eröffnung in nur drei Jahren realisiert werden konnte. 160.000 Euro wurden schon gesammelt. "Wir hatten damals gehofft, dass unser Fundraising-Konzept aufgeht", erinnert sich Departmentleiterin Dr. Ute Becker. "Dass wir aber auf einen so großen Rückhalt in der Bevölkerung treffen würden, damit hätten wir nicht gerechnet." Viele Unternehmen, Institutionen und Privatleute unterstützten das Vorhaben mit kleineren und größeren Spenden. Im Flur der Palliativstation hängt ein gerahmtes Bild mit allen Namen. "Es wird natürlich regelmäßig aktualisiert", betont Jörg Verfürth, Pressesprecher des St.-Bernhard-Hospitals. Diese Unterstützung ermöglichte nicht nur den Umbau der Station und die Einrichtung der fünf Patientenzimmer. "Wir konnten den Aufenthaltsraum schön gestalten, so dass Patienten und Angehörige dort ein Stück Normalität leben können", berichten Dr. Ute Becker, Schwester Stefanie Christen und Psychoonkologin Veronika Hegmann. Im Aufenthaltsbereich befindet sich auch eine modern eingerichtete Küche mit einer Kaffeemaschine. Die Patientenzimmer, die über eigene Duschen verfügen, sind so groß, dass auch Familienangehörige dort übernachten können. "Besonders Ehepartner nehmen dies gerne in Anspruch", weiß Ute Becker. "Der Ehemann einer Patientin besucht uns noch heute, weil er seine Frau hier gut aufgehoben sah."

Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein, reiht sich in diesem Jahr mit seiner Aktion "Bewegen hilft" in die lange Namensliste der Helfer ein. Die Mitarbeiter der Palliativstation am St.-Bernhard-Hospital wissen auch schon, was sie mit der finanziellen Unterstützung aus dieser Aktion anschaffen möchten: "Wir würden gerne ein neues Badezimmer bauen - mit einer schönen Deckenbeleuchtung und einem speziellen Wannenlifter", sagt Schwester Stefanie Christen. Dort sollen die Patienten eine weitere Möglichkeit finden, zu entspannen. Die Palliativstation soll auf Dauer erweitert werden. "Und es gibt weitere Pläne, die das Team gerne realisieren würde, um die Betreuung der schwerstkranken Menschen zu verbessern. "Uns schwebt unter anderem ein Palliativgarten vor, den wir in unserem Park gestalten könnten. Die Patienten möchten ja auch gerne nach draußen", sagt Becker.

14 soziale und karitative Einrichtungen profitieren von "Bewegen hilft". Das Spendenkonto ist DE 22354 6110 6011 7497 011 bei der Volksbank Niederrhein. Infos zur Aktion gibt es auf Facebook unter "Bewegen hilft".

Quelle: RP
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