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Moers
Ein Spaziergang übers Gartenschau-Areal

Moers: Ein Spaziergang übers Gartenschau-Areal
Diese bunten, mit Sommer- und Herbstblumen bepflanzten Autoreifen stehen zwischen Stephanswäldchen und Wandelweg. Eine Gruppe aus dem Förderkreis Landesgartenschau hatte die blumige Idee. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Freitag ist Abgabetermin für die Bewerbung um die Laga 2020. Die RP hat das vorgeschlagene Areal erkundet und Schönes entdeckt.

Die Bewerbung ist geschrieben und gedruckt: Auf 150 Seiten, einer ebenso dicken Anlage mit vielen Fakten und einem Pressespiegel stellt die Stadt Kamp-Lintfort ihre Vorzüge heraus - mit dem Ziel, die Jury davon zu überzeugen, dass es im Jahr 2020 keine geeignetere Stadt gibt, um die Landesgartenschau auszurichten. Freitag reist eine Delegation mit 40 Teilnehmern nach Düsseldorf, um die Bewerbung persönlich im Umweltministerium abzugeben.

Die Bewertungskommission wird sich an einem Tag in der Woche vom 19. bis 23. Oktober in Kamp-Lintfort dann das anschauen, was sie bis dahin nur auf Papier lesen konnte: das angedachte Areal der Landesgartenschau. Der Grafschafter zeichnet die geplante Wegeführung nach. Los geht es auf der Friedrich-Heinrich-Allee mit ihren bestrickten Laternenmasten. Die Jury wird hinter die schöne Zechenfassade blicken und den Lehrstollen besuchen, der ebenfalls Teil der Landesgartenschau sein soll.

Kamp-Lintforter haben die Laternenmasten vor dem Bergwerk West an der Friedrich-Heinrich-Allee bestrickt. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Die Ausrichtung der Laga wäre für die Entwicklung der vom Strukturwandel arg gebeutelten Stadt ein Motor. "Mit dem Zechengelände haben wir eine 40 Hektar große Brache mitten im Zentrum. Sie wäre ein wichtiges Marketinginstrument, um Interesse für den Standort zu wecken und dort in den nächsten Jahren ein neues Stadtquartier entstehen zu lassen", sagt Bürgermeister Christoph Landscheidt.

Mit dem Masterplan Bergwerk West, den erarbeiteten Stadtentwicklungs- und Freiraumkonzepten habe man eine gute Grundlage für das Bewerbungsschreiben gehabt. "Aber jede Bewerbung ist individuell. Auch die Fragestellungen sind in diesem Fall andere", erklärt Landscheidt. Eine wichtige, die es zu beantworten galt, wie die Kamp-Lintforter zu mobilisieren sind: "Wir haben bei den Bürgern einen Nerv getroffen. Die Begeisterung hat uns überrascht", sagt Pressesprecherin Ariane Bauer. Kamp-Lintforter, Vereine und Schulen engagieren sich. Die Jury wird auf dem Wandelweg auf bemalte Stromkästen im Stephanswäldchen, bepflanzte Reifen am Pappelsee und bunte Fahrräder in der City treffen. Die Stadtverwaltung hat viele Bürger-Ideen in die Bewerbung eingearbeitet. "Sie sind als solche gekennzeichnet", sagt Andreas Iland vom Amt für Wirtschaftsförderung. Allein in der Anlage seien die Vorschläge der Bürger auf 20 Seiten zusammengefasst: ein Klimapark auf dem Zechengelände oder ein Garten der Religionen am Kloster Kamp zum Beispiel.

Auch die Bäume im Stephanswäldchen, das Bergwerk West und den Wandelweg verbindet, sind schon bestrickt. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Mehr als ein Jahr hat die Verwaltung an der Bewerbung gearbeitet, viele Ämter und bis zu 25 Mitarbeiter waren neben dem Verwaltungsvorstand mit dem Thema befasst. "Das ist eine hervorragende Leistung, zumal unsere Stadtverwaltung nicht so groß ist, dass wir so viele Mitarbeiter nur für ein Projekt abstellen könnten. Alle haben ihren Beitrag zusätzlich zu ihren Aufgaben geleistet", lobt Landscheidt.

Für die Bewerbung wurden Marketing-, Verkehrs- und Veranstaltungskonzepte entwickelt, mit Vorschlägen wie zwischen 564 000 und 845 000 Besucher nach Kamp-Lintfort gelockt werden könnten. Ein Kapitel schildert die geplanten Aktionen auf den beiden zentralen Gartenschau-Standorten und Kloster Kamp und Bergwerk West. Das Thema Ökologie wird in der Bewerbung aufgegriffen ebenso wie die Finanzierungsfragen. Die Planer gehen von Gesamtinvestitionen von 16 Millionen Euro aus. Für die Durchführung sind 9,6 Millionen Euro nötig. Anja Katzke

Die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute, steht im Lehrstollen, der von ehemaligen Bergleuten betreut wird. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Quelle: RP
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