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Kamp-Lintfort
Ein Zentrum für die Bergbautradition

Kamp-Lintfort: Ein Zentrum für die Bergbautradition
Christoph Müllmann hofft eine Bewilligung der Fördergelder. FOTO: Dieker Klaus
Kamp-Lintfort. Schirrhof, Pumpenhaus, Lehrstollen und das Haus des Bergmanns sollen künftig Bergbaugeschichte erzählen. Das grobe Konzept für ein Zentrum für Bergbautradition steht. Die Stadt Kamp-Lintfort beantragt Fördermittel. Von Anja Katzke

Der erste Förderantrag ist raus. Kulturdezernent Christoph Müllmann hofft auf eine Bewilligung bis Sommer. Denn dann könnte die Verwaltung endlich in die Planung eines seit langem gehegten Vorhabens einsteigen: eines Zentrums für Bergbautradition, das auf dem ehemaligen Zechengelände entstehen soll. Beim Landschaftsverband Rheinland hat die Stadt Mittel beantragt, um ein Gesamtkonzept für das Projekt entwickeln zu lassen und die Umsetzung realisieren zu können. "Der LVR hat uns Mittel in Aussicht gestellt", betonte Müllmann gestern auf RP-Anfrage. Derweil lotet die Verwaltung noch weitere Fördertöpfe aus, um das Vorhaben realisieren zu können. Laut Vorlage zum jüngsten Kulturausschuss sind für die Renovierung des Pumpenhauses bereits Mittel im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes für das Zechenareal angemeldet. Für die Einrichtung eines Museums im Pumpenhaus sowie die museumspädagogische Gestaltung von Haus des Bergmanns und Lehrstellen soll ein Förderantrag für Mittel aus der Regionalen Kulturpolitik gestellt werden. Eine Förderung soll auch beim Investitionspakt soziale Integration im Quartier ausgelotet werden.

Ein grobes Konzept für das Zentrum für Bergbautradition ist bereits Mitte 2016 in Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum entstanden. Das Pumpenhaus wird demnach die zentrale Informationsstelle für das Zentrum für Bergbautradition. Ein Museum soll im Erdgeschoss die Geschichte der Zeche Friedrich-Heinrich und der Stadt Kamp-Lintfort darstellen. Ein Museumskonzept muss noch entwickelt werden. Im Kellergeschoss soll die Sammlung des Geologischen Museums präsentiert werden. Diese Ausstellung ist zurzeit heimatlos. Sie war bis vor einigen Jahren im Schulzentrum an der Moerser Straße untergebracht. Die Räume wurden jedoch von den Schulen benötigt. In der ehemaligen Ausbildung des Bergwerks West, im Schirrhof, soll die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition neue Vereinsräume erhalten. Die Mitglieder, deren umfangreiche Sammlung im Knappenheim untergebracht ist, hatten ursprünglich vor, ins Pumpenhaus einzuziehen. Den früheren Schirrhof würden sie sich mit einer Kindertagesstätte teilen. "Wir würden gerne im Schirrhof in Teilen den ursprünglichen Zustand wieder herstellen", betont Müllmann gestern. Das Haus des Bergmanns samt Grubenstrecke im Kellergeschoss soll im Zentrum für Bergbautradition weiterhin die Sozialgeschichte des Bergbaus erzählen. Auch der Lehrstollen, den die Steigergemeinschaft West ehrenamtlich betreut, ist Teil des zukünftigen Zentrums. Dort soll die technische Entwicklung des Bergbaus präsentiert werden. Die Steigergemeinschaft baut aktuell die sechste Strecke im Lehrstollen. Wie Sprecher Klaus Deuter gestern berichtete, sind die notwendigen Stahlbauarbeiten bereits abgeschlossen. "Wir schließen das Gerüst jetzt mit Beton und Stein." Er rechnet damit, dass die Verlängerung des Lehrstollens vor der Sommerpause fertiggestellt ist.

Kulturdezernent Christoph Müllmann schätzt, dass das Zentrum für Bergbautradition Ende 2019 realisiert sein könnte.

Quelle: RP
 
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