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Kamp-Lintfort
Eine neue Statue für die St.-Josef-Kirche

Kamp-Lintfort: Eine neue Statue für die St.-Josef-Kirche
Der Kamp-Lintforter Steinmetz Bernd Hirt stellte die neue Josef-Skulptur her. Sie befindet sich direkt über dem Haupteingang zur Kirche. FOTO: Stoffel
Kamp-Lintfort. Einen Tag nach seinem Namenstag wurde die Figur gesegnet. Eine großzügige Stifterin ermöglichte den Kauf. Die Statue befindet sich direkt über dem Haupteingang der St.-Josef-Kirche. Von Peter Gottschlich

Den markanten Backsteinturm der Pfarrkirche St. Josef kennen fast alle Kamp-Lintforter. Die Josefstatue, die sich direkt neben diesem Kirchturm über dem Haupteingang befindet, nehmen dagegen nur wenige wahr. Vier Jahre lang war sie gar nicht zu sehen. Die Sandsteinstatue war heruntergenommen worden, weil sie nach 80 Jahren von Schadstoffen der Luft angefressen war. Am Palmsonntag segnete Pfarrer Karl Josef Rieger eine neue Josefstatue. "Als Patron der Kirche grüßt er nun alle, die in das Gotteshaus ein- und ausgehen oder auch vorübergehen", sagte er vor 100 Gläubigen, die nach dem Gottesdienst bei der Einweihung dabei waren. "Die Statue ist ein sehr gelungenes Werk."

Die Pfarrgemeinde konnte einen neuen Josef im Westportal aufstellen, weil es eine großzügige Stifterin gibt. "Sie will ungenannt bleiben", betont Pater Jaison Ambadan, der die Segnung verfolgte. "Sie hat den gleichen Betrag noch einmal gespendet, um ein Spielgerät für den Kindergarten St. Josef zu kaufen."

Der Kamp-Lintforter Steinmetz Bernd Hirt stellte die neue Skulptur her. Dabei orientierte er sich an der alten, die schon im Westportal unter einer Rosette stand, als die Josephkirche im September 1933 geweiht wurde. Der neue Josef hält wie der alte in seiner linken Hand das Gotteshaus, das aber stärker stilisiert ist. Vor seinem linken Bein stehen Zirkel und Winkel, weil er nach der biblischen Überlieferung Zimmermann und Bauhandwerker war.

"Der neue Josef ist wie der alte ein junger Josef", unterstreicht Karl Josef Rieger, der am Palmsonntag mit dem Weihwasser kaum die neue Statue erreichte. Über den Vater Jesu sei wenig in der Bibel zu finden, sagt der Pfarrer. Josef sei mit Maria und Jesus vor Herodes geflohen, der nach Jesu Geburt alle Neugeborenen habe töten lassen. Wahrscheinlich habe er zusammen mit Jesus als Zimmermann gearbeitet, als er zwischen zwölf und 30 Jahre alt war. "Josef hat sicherlich positiv auf ihn eingewirkt", meint der Pfarrer. "Er war ein guter Familienvater." Als Familienvater und Handwerker war der Heilige besonders in der Zeit zwischen 1850 und 1914 beliebt, in der zahlreiche Vereine und Kirchen nach St. Joseph benannt wurden. So war es auch in Lintfort, wo 1914 die Kirche St. Joseph geweiht wurde, die sich bis zum Neubau 1933 in dem Gebäude befand, das heute das Josef-Jeurgens-Haus ist. Der Namenstag von Josef, der in Kamp-Lintfort heute im "f" und nicht mehr mit "ph" geschrieben wird, ist der 19. März. Da Vorabendmessen an Samstagen nur in Saalhoff, Kamp und Eyll gefeiert werden, wurde die Segnung der Statue um einen Tag auf den Palmsonntag verschoben.

Die Pfarrkirche St. Josef an der Königstraße steht vor allem innen für die Architektur der 1920er und frühen 1930er Jahre, die ein besonderes Merkmal Kamp-Lintforts ist. Typisch für diese Zeitspanne ist es, bei den Bögen innen die Form der Parabel aufzugreifen, die in dem Gotteshaus an der Königstraße mit abgestumpften Spitzen enden. Auch die knalligen Farben Rot und Blau, die die Ornamentik der Kirchenfenster bestimmen, sind oft in den 20er und frühen 30er Jahren zu finden. Die Außenhaut der Kirche besteht aus Backstein wie viele großzügige Gebäude dieser Zeit in Kamp-Lintfort.

Mehr über die Gemeinde unter www.st-josef-kamp-lintfort.de

Quelle: RP
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