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Serie Hochschule Rhein-Waal
Eine Smartphone-App als Reiseleiter

Serie Hochschule Rhein-Waal: Eine Smartphone-App als Reiseleiter
Professor Kai Jörg Tiedemann mit dem Prototyp der Reise-App und dem von den Studenten kreierten Logo. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Professor Kai Jörg Tiedemann entwickelt mit Studenten der Fakultät Kommunikation und Umwelt in einem interdisziplinären Projekt eine Reiseführer-App für das Handy. Bis Ende des Jahres soll eine "lauffähige" Version fertiggestellt sein. Von Anja Katzke

Kamp-Lintfort Kai Jörg Tiedemann war zwei Jahre lang mit seiner Familie auf Reisen. Er erkundete die USA und Neuseeland. "Immer mit unserer Tochter im Rucksack", erzählt er. Was ihn auf den Wanderungen quer durchs jeweilige Land besonders ärgerte: die zusätzliche Last des Reiseführers. "Ein Riesenschinken", betont er. "Und das Handy befand sich nutzlos in der Hosentasche." Tiedemann, der im Studiengang Energie und Umwelt lehrt, fand: "Es muss doch eine bessere Lösung geben.

" Das war die Ausgangslage für ein interdisziplinäres Projekt, das er im letzten Semester initiiert hatte. "Gedruckte Reiseführer sind oft sperrig und verlieren schnell an Aktualität. Und Online-Reiseführer helfen immer dann nicht, wenn vor Ort kein Mobilnetz oder WLAN zur Verfügung steht", erläutert Tiedemann die Problemlage. "Selbst in den USA gibt es in der Fläche keine überragende Mobilfunkabdeckung. In Kalifornien stehen nicht überall Mobilfunkmasten", weiß der Professor von seinen Reisen zu berichten.

Er schlug seinen Studenten vor, gemeinsam eine App fürs Handy zu entwickeln, die die Vorzüge von gedruckten Reiseführern und Onlineführern vereint, und damit eine neue Generation von Reiseführern für das Handy zu entwickeln. An dem interdisziplinären Projekt beteiligten sich Hochschüler aus den Studiengängen Energie und Umwelt, Mobilität und Logistik sowie Psychologie. "Es waren auch vier Medieninformatiker dabei, die programmieren können", berichtet Kai Jörg Tiedemann.

Da jedes Projekt klein anfängt, konzentrierten sich die beteiligten Studenten für den Prototypen auf ihre Kommilitonen als Zielgruppe und künftige Nutzer. Die beiden Psychologie-Studenten befragten die Erstsemester, die aus dem Ausland zum Studium nach Kamp-Lintfort und Kleve gekommen waren: Welche Interessen gibt es? Was möchten sie in der Freizeit erleben? Welche Informationsdefizite gibt es? "Die Studenten entwickelten dazu einen Fragebogen", erläutert Tiedemann das Vorgehen.

Neben Freizeitaktivitäten, Essengehen (der beste Döner-Imbiss), Sehenswürdigkeiten, Unterkunft, Natur und Nachtleben förderte die Umfrage auch Überraschendes zutage, so dass die interdisziplinäre Projektgruppe bei der Entwicklung ihres Reiseführers zunächst einmal die Marschrichtung änderte: Viele der befragten Erstsemester wünschten sich ganz elementare Informationen wie beispielsweise Ärzte und Behörden. Für den Prototypen ihrer Reiseführer-App konzentrierten sich die Studenten auf das regionale Einzugsgebiet der beiden Hochschulstandorte Kamp-Lintfort und Kleve und programmierten eine Version, die kartenbasiert ist.

"Wir verwenden dafür Google Maps", erläutert Kai Jörg Tiedemann, der Umwelt und Ökologie an der Fakultät Kommunikation und Umwelt lehrt. Die App ist nach verschiedenen touristischen und informativen Kategorien geordnet. Rote Stecknadeln zeigen Orte und weitere Informationen für die Städte zwischen Moers und Roermond an. Die Studenten arbeiteten unter anderem auch an einer Offline-Version des Reiseführers. Und auch ein Logo wurde gemeinsam entwickelt.

"Eine der Informatikstudenten möchte über das Thema seine Bachelor-Arbeit schreiben und weiter an der App arbeiten, so dass ich davon ausgehe, dass wir Ende des Jahres eine erste lauffähige Version haben", sagt Tiedemann. Der Professor kann sich aber gut vorstellen, dass die App immer weiter ausgebaut und verstetigt wird, so dass möglicherweise langfristig eine Reiseführer-Serie entstehen kann. Zum Beispiel für den Niederrhein und die Euregio.

Zu klären ist aber noch die Finanzierung. Dazu sollen beispielsweise Gespräch mit Tourismusverbänden geführt werden. Weitere Infos über den Studiengang: www.hochschule-rhein-waal.de

Quelle: RP
 
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