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Kamp-Lintfort
Er mauerte den Hospital-Schornstein

Kamp-Lintfort. Das Krankenhaus ging vor 50 Jahren in Betrieb. Zeitzeuge Egon Köfeler erinnert sich an den St.-Bernhard-Bau. Von Jutta Langhoff

Der viereckige Schornstein des St.-Bernhard-Hospitals in Kamp-Lintfort ragt 35 Meter hoch. Wahrscheinlich erinnern sich einige ältere Kamp-Lintforter noch, wie er nach seiner Fertigstellung vor 50 Jahren in dem zu dieser Zeit noch kaum bebauten Stadtteil weit sichtbar in den Himmel ragte. Der heute 80-jährige Egon Köfeler hat dieses Bild mit Sicherheit auch noch gut vor Augen. Er hat den markanten Schornstein nämlich mit drei weiteren Maurerkollegen zusammen damals gebaut. Als 1963 der Grundstein für das Hospital gelegt wurde, hatte er gerade als Vorarbeiter bei einer der beiden Baufirmen angefangen, die mit der Errichtung des Krankenhausgebäudes beauftragt worden waren.

Das St.-Bernhard-Hospital ging 1967, also vor 50 Jahren in Betrieb. Das Jubiläum wird im September groß gefeiert. Im Grafschafter erinnert sich heute ein Zeitzeuge an die Anfänge des Krankenhauses. Warum ihn sein Chef drei Jahre nach der Grundsteinlegung ausgerechnet für den Bau des Hospital-Schornsteins eingesetzt hat, kann Egon Köfeler bis heute nur vermuten: "Wahrscheinlich, weil ich davor schon einmal an einem Schornsteinbau auf dem Duisburger BP-Gelände beteiligt war. Der war allerdings mindestens dreimal so hoch. Und es war Winter. Da kann man sich vorstellen, wie ungemütlich es da oben war", erinnert er sich heute noch gut. In Kamp-Lintfort habe man dagegen bei schlechtem Wetter drinnen mitarbeiten dürfen, zum Beispiel bei der Errichtung der Kapelle des Krankenhauses. "Nein", so etwas wie Höhenangst habe er nie empfunden, erklärt Egon Köfeler auf eine entsprechende Frage hin: "Man ist ja sozusagen mit der Höhe mitgewachsen." Dass es für den Rest seines Maurerdaseins bei diesen beiden Schornsteinen geblieben ist, sieht er als Zufall an. Das habe sich einfach so ergeben. Ebenso wie seine 13-jährige berufliche Zwischenstation als Inhaber eines Kamp-Lintforter Zoogeschäftes für Fische und Kleintiere. "Ich war schon immer ein begeisterter Zierfischzüchter gewesen", begründet er diesen ungewöhnlichen Berufswechsel. "Und als dann die Leute anfingen, schon sonntags in aller Frühe vor meiner Tür zu stehen, um Fische bei mir zu kaufen, habe ich daraus schließlich meine Haupttätigkeit gemacht und wenig später noch andere Tiere dazu genommen." Nachdem die Geschäfte dann nicht mehr so gelaufen seien, habe er anschließend wieder als Maurer gearbeitet, allerdings nicht mehr am St.-Bernhard-Hospital.

Den Schornstein dort hat Egon Köfeler allerdings nie vergessen, was sicherlich daran liegt, dass er ihn noch heute jeden Tag vom Badezimmer seines nahegelegen Hauses aus sehen kann. Wenn das St.-Bernhard-Hospital am 7. September den 50. Jahrestag seiner Eröffnung feiert, wird er ihn wahrscheinlich noch einmal sehr viel näher betrachten können.

Dann wird Egon Köfeler nämlich als Zeitzeuge aus der Bauzeit des Krankenhauses als einer der Ehrengäste bei der Jubiläumsfeier mit dabei sein.

Quelle: RP
 
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