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Kamp-Lintfort
Ergraute Ex-Schüler mit Erinnerungen

Kamp-Lintfort. 25 Schüler der Realschule trafen sich nach 60 Jahren wieder in Kamp-Lintfort. Von Ulrike Rauhut

Zu einem besonderen Klassentreffen kamen jetzt am Samstag 25 ehemalige Kamp-Lintforter Realschüler im Wellings Parkhotel zusammen: Sie hatten vor 60 Jahren die mittlere Reife erlangt.

Das Foto, auf dem 42 adrette, junge Leute vor dem alten Schulgebäude an der Friedrich-Heinrich-Allee stehen und ihre Abschlusszeugnisse in der Hand halten, ist nur eine von vielen Erinnerungen, die an diesem Tag die Runde machen. "Weißt du noch?": So beginnen viele Gespräche, zum Beispiel über Direktor Haase. "Er war sehr streng und man musste in den Aufsätzen in seinem Sinne schreiben, sonst hatte man das Nachsehen", erzählen sie.

"6a und 6b" steht unter den Bildern des Sportfestes 1957, auf dem Jugendliche in Reih und Glied, allesamt mit kurzen Hosen und weißen Hemden auf dem Sportplatz ihre Übungen absolvieren. Denn die Zählung fing, anders als heute, in der ersten Klasse der weiterführenden Schule wieder bei "1" an. "Wenn man diese Bilder so sieht, muss man unwillkürlich an gleichgeschaltete Jugend in der Nazi-Zeit denken", sagt Klaus Leyers, der aus München anreiste. Auch in der Nachkriegszeit war vielfach noch etwas von dem alten Geist spürbar. Prügel musste man nicht mehr fürchten, jedoch hatten die Schüler damals Angst vor den negativen Einträgen ins Klassenbuch. Denn, waren es zu viele, stand folgende Bemerkung auf dem Zeugnis zu befürchten und sogar der Abschluss auf der Kippe: "Sollte sich das Betragen des Schülers nicht bessern, muss mit der Entfernung von der Anstalt gerechnet werden." Nun, das Geheimnis des verschwundenen Klassenbuchs ist nur eine der Gemeinsamkeiten, die die Gruppe zusammengeschweißt hat.

Quelle: RP
 
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