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Kamp-Lintfort
Europaschüler begrüßen Erstsemester

Kamp-Lintfort: Europaschüler begrüßen Erstsemester
Freshtival Hochschule Rhein-Waal: Wer vorbei kommt, lässt sich erst mal Language Corner beraten. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Flüchtlingskinder, die an der Europaschule unterrichtet werden, haben die Erstsemester an der Hochschule mit einem schönen Gruß willkommen geheißen: Sie bastelten Holzblumen für alle, die in Kamp-Lintfort eine Heimat finden wollen. Von Ulrike Rauhut

Viele bunte Holzblumen als Willkommensbotschaft für die Erstsemester der Hochschule Rhein-Waal und für alle, die in Kamp-Lintfort eine neue Heimat finden wollen - dieses Projekt schafft Verbindungen und setzt Zeichen für eine umfassende Willkommenskultur. Im Rahmen des "Freshtivals", der Einführungstage der Hochschule für die neuen Studierenden, hat gestern auch die Europaschule einen Stand auf dem Campus aufgebaut. Die Flüchtlingskinder, die hier die Holzblumen bemalten und ihre Wünsche darauf schreiben, wissen, was es heißt, etwas ganz Neues zu beginnen. Der 12-jährige Syrer Sulaiman kam vor neun Monaten nach Kamp-Lintfort. Sein Wunsch? Er möchte gerne schlau werden und eines Tages selbst hier studieren. Am liebsten Chemie, denn in Naturwissenschaften ist der gut. Soulin (15) aus dem Irak hat den Wunsch, Ärztin zu werden. Lehrerin Frederike Kobi leitet die Sprachförderungs-Klasse. Zusammen mit Dieter Hamelmann und dem stellvertretenden Schulleiter Bernd Benninghoff begleitete sie gestern die Aktion.

Im Werkunterricht waren die Blumen mit der Laubsäge ausgesägt worden. Die von Schülern und Studenten gestalteten Blumen sollen an einem besonderen Platz auf dem Schulgelände aufgestellt werden. "Auch an die Hochschule kommen junge Menschen verschiedener Nationalitäten. Hier wie auch bei uns in der Schule geht es um Integration", meint Benninghoff. "In manchen Studiengängen, wie "International Business", sind es sogar 80 bis 90 Prozent, erklärt Tammy Schmack, die Organisatorin des Freshtival-Bazaars, bei dem sich alle Hochschulgruppen und viele Kooperationspartner auf dem Campus vorstellten.

Sie ist begeistert, dass mehr und mehr Verbindungen zwischen Hochschule und Bürgern entstehen. "Die anfängliche Skepsis, dass die Hochschule eine Art Fremdkörper sein könnte, ist komplett verflogen", schwärmt sie. Die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition biete Räume und Führungen in der Zeche an. Und beim Zug durch die Kneipen, dem "Pub Crawl", haben die Kneipenwirte die neuen Gäste überaus herzlich empfangen. In der Einführungswoche stehen Kennenlernaktionen, Vorträge, Workshops, eine Campus-Rallye und Führungen auf dem Programm. Eine Veranstaltung heißt "Meet and greet your Prof": Der persönliche Kontakt zu den Dozenten ist etwas, das die Hochschule auszeichnet. Den gestrigen Abend ließen die Studenten ausklingen bei Marshmallows und Stockbrot. Auf der Bühne hatte die Band der Musikschule ebenso ihren Auftritt wie die Linedance-Gruppe "Funshine Liners" und die Hochschul-Band "Cosmoprolet". Eine der rund 350 neuen Erstsemester ist Sabrina Sommer. Die 18-jährige stammt aus Voerde und beginnt gerade ihr Psychologie-Studium. Sie ist angetan von der modernen und gleichzeitig familiären Atmosphäre auf dem Campus und meint: "Ich glaube, man kann sich hier wohlfühlen."

Quelle: RP
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