| 00.00 Uhr

Kamp-Lintfort
Europaschule baut Patenschaften auf

Kamp-Lintfort: Europaschule baut Patenschaften auf
Die Europaschule möchte sich zertifizieren lassen. FOTO: Schule
Kamp-Lintfort. Im April kommen Schüler aus der Edremit nach Kamp-Lintfort, im Oktober fahren Kamp-Lintforter in die Türkei. Von Peter Gottschlich

Die Europaschule knüpft Kontakte zu Schulen in ganz Europa. "Wir wollen Ende 2016 zertifizierte Europaschule werden", sagt Schulleiterin Barbara Mennekes. "Wir erhalten das Zertifikat nur, wenn wir ein besonderes Profil haben." Zu diesem Profil gehören vor allem sprachliche Angebote. Zum Beispiel bietet die Schule an der Sudermannstraße in der fünften Klasse einen bilingualen Kurs Gesellschaftslehre an, in dem die Schüler Erdkunde und Geschichte vor allem auf Englisch lernen.

"Wir haben einen Kurs gebildet", berichtet Lehrerin Simone Floss. In den nächsten Jahren will die Europaschule wieder neue bilinguale Kurse für die Fünftklässler bilden, damit das Angebot in die höheren Jahrgangsstufen durchwächst. Ab der sechsten Klasse können die Schüler Niederländisch und Französisch als zweite Fremdsprache an. "Jeweils 15 Schüler besuchen die Kurse", erzählt Lehrerin Claudia Grimmeck.

Zu den sprachlichen Angeboten kommt der Schüleraustausch. Im Juni 2016 reisen 15 Schüler und zwei Lehrer aus Edremit nach Kamp-Lintfort. Den Kontakt zu der Schule in der türkischen Partnerstadt hatten Wolfgang Peck, Maren Feldheim und Tulay Olgun hergestellt, als sie Ende September für eine Woche dorthin flogen. "Die Partnerschule ist eine Schule für die achten, neunten und zehnten Jahrgänge", berichtet Wolfgang Peck. "Es kommen Schüler des achten Jahrgangs."

Bei ihrem Besuch lernten die Lehrer die Partnerstadt und die türkische Kultur kennen. Nebenbei knüpften sie auch Kontakt zur Edremiter Stadtverwaltung. Diese vermittelte für den September 2016 zehn Praktikumsplätze für Kamp-Lintforter Schüler in Edremiter Hotels. "Die neuen Neuner können dort ein Praktikum absolvieren", blickt Barbara Mennekes auf das nächste Jahr. "Die Praktika sind der letzte Baustein, um die Zertifizierung als Europaschule zu erhalten."

Diese Praktika sollen Normalität werden, genauso wie ein Schüleraustausch mit Edremit oder Zory, der zweiten Kamp-Lintforter Partnerstadt, die in der Nähe von Krakau liegt. Dorthin reiste im September eine Delegation, der auch Lehrer der Europaschule angehörten. Mit der Oberschule in Zory, die Schüler des neunten bis zwölften Jahrgangs besuchen, will die Europaschule ebenfalls einen Schüleraustausch aufbauen.

Damit könnte sie auch in das Erasmus-Programm aufgenommen werden, über das ein Schüleraustausch durch die Europäische Union gefördert würde. "Wir wollen den Austausch für alle anbieten, auch für die, deren Eltern ökonomisch nicht so gut gestellt sind", sagt Wolfgang Pick. Um über das Erasmus-Programm gefördert zu werden, haben die Schulen gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. "Das Thema könnte die Landesgartenschau 2020 sein", sagt der Lehrer.

Zum Schüleraustausch kommen Aufenthalte der Lehrer in anderen europäischen Ländern, die eine Woche dauern, um die dortigen Schulsystem kennen zu lernen, die anders als in Deutschland sind. So waren Lehrer in London in England und Helsingborg in Schweden. In Kürze steht ein Aufenthalt in Jaensuu in Finnland an. "Es hilft, über den Tellerrand zu schauen", sagt Wolfgang Pick. Vor allem individualisierter Unterricht und integrative Schule seien Themen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kamp-Lintfort: Europaschule baut Patenschaften auf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.