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Kamp-Lintfort
Europaschule leitet Erasmus-Projekt

Kamp-Lintfort: Europaschule leitet Erasmus-Projekt
Bürgermeister Christoph Landscheidt (rechts) führte die Lehrer aus Spanien, Polen, Lettland, Estland und den Niederlanden gestern durch Kamp-Lintfort. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Sechs Schulen aus sechs Ländern entwickeln im Rahmen eines europäischen Projekts neue Methoden für den Unterricht im digitalen Zeitalter. Gestern war der Start in Kamp-Lintfort. Die Federführung liegt bei der Europaschule. Von Anja Katzke

Die Zukunft der Schulen ist digital. Die Europaschule in Kamp-Lintfort hat sich auf den Weg gemacht, Schüler und Lehrer fit im Umgang mit den neuen Medien zumachen. Jetzt sucht sie den europäischen Austausch. Seit gestern sind rund zehn Lehrer aus Estland, Lettland, Spanien, den Niederlanden und Polen Gäste der Europaschule in Kamp-Lintfort. Gemeinsam und länderübergreifend wollen sie Ideen entwickeln, wie die digitalen Medien besser im Unterricht eingesetzt werden können.

Möglich macht es die Teilnahme an einem Erasmus-Programm. Die Federführung liegt bei den Lehrern der Europaschule, die nicht nur den Förderantrag geschrieben haben. Sie koordinieren auch die auf drei Jahre angelegte europäische Schulzusammenarbeit. Die Auftaktveranstaltung war im Lintforter Rathaus. Bürgermeister Christoph Landscheidt begrüßte die angereisten Lehrer und stellte die Stadt vor.

"Unsere Schule gehört seit 2016 zu der Gruppe der 207 Europaschule in Nordrhein-Westfalen. Da wir den europäischen Gedanken leben, nehmen wir gerne an solchen Erasmus-Projekten teil, die die Zusammenarbeit von Schulen ermöglichen", betonte Schulleiterin Barbara Mennekes. So gab es bereits einen Austausch mit Lehrern aus Schweden, Finnland und Großbritannien. Mit dem gestern gestarteten Projekt wird dieser Austausch nun um andere Länder erweitert. Ziel ist es, in den kommenden drei Jahren gemeinsame Unterrichtsmethoden sowie innovative Lern- und Lehransätze in Zeiten des digitalen Wandels zu entwickeln. Es spielen vor allem die Aspekte "Individuelles Lernen und Lehren" sowie Digitalisierung die zentrale Rolle.

Die Digitalisierung stellt Schulen vor große Herausforderungen. Sie müssen in der Lage sein, den Kindern die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln und zugleich die digitalen Medien sinnvoll im Unterricht zu nutzen. Die Besucher bleiben bis Donnerstag. "Es ist ein erstes Arbeitstreffen", erklärt Koordinator Wolfgang Peck. "Wir wollen uns kennenlernen und erfahren, wie I-Pad und Laptop bei ihnen im Unterricht eingesetzt werden." Natürlich soll es auch Arbeitsabsprachen geben. Auch die Europaschüler sind involviert. Die Achtklässler werden den Gästen ihre Schule in der Projektsprache Englisch vorstellen. Die folgenden Treffen finden jeweils in einem der beteiligen Länder statt und haben laut Barbara Mennekes das Ziel, den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich mit den Nachbarn in Europa auszutauschen und über die Qualität digitaler Medien zu diskutieren. "Es werden Digi-Camps stattfinden, in denen sie an ihren Projekte arbeiten können", berichtet Peck. Das erste Camp soll im nächsten Sommer stattfinden. Der Plan sieht vor, dass die Schulen Ideen für die eigenen schulischen Bedürfnisse entwickeln. In Kamp-Lintfort sollen neue Apps entwickelt, digitale Lernpfade zum Unterrichtsfach "Medienerziehung" erstellt und Tutorials zu Themenschwerpunkten angeboten werden. Die Ergebnisse der Ländergruppenarbeiten will man austauschen und evaluieren - mit dem Ziel einer intensiven Vernetzung. Der Abschlussbericht wird 2020 in den Niederlanden vorgelegt.

Quelle: RP
 
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