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Kamp-Lintfort
Firmlinge helfen Flüchtlingen

Kamp-Lintfort: Firmlinge helfen Flüchtlingen
20 Firmlinge aus Kamp-Lintfort wollen ein Flüchtlingscamp, das an der Grenze zwischen dem Libanon und Syrien liegt, mit ihrer Aktion unterstützen. FOTO: Stoffel
Kamp-Lintfort. Jugendliche bitten Real-Kunden, die Aktion Pfandraising zu unterstützen. Von Peter Gottschlich

Das Pfand für eine Kunststoffflasche beträgt nur acht, 15 oder 25 Cent. Doch wenn viel leeres Gut gesammelt wird, kann ein hohes Gut zusammenkommen. Dieser Gedanke steckte hinter der Aktion Pfandraising. Am Donnerstagabend fragten 20 Firmlinge vor dem Real-Getränkemarkt Kunden, ob sie ihre Pfandflaschen spenden wollten, um ein Flüchtlingscamp im Libanon zu unterstützen.

Die einen Kunden kamen dem Wunsch nach. Sie legten ihre Pfandflaschen in einen der zwei Einkaufswagen, die die Firmlinge vor dem Real-Getränkemarkt aufgestellt hatten. Andere Kunden blieben nicht stehen. Sie begaben sich direkt zu den Automaten, um dort ihre Flaschen gegen einen Bon zu tauschen.

"Wir haben einen Film über ein Flüchtlingscamp gesehen", erzählte die 15-jährige Ann-Kathrin Leisen. "Dann haben wir uns überlegt, wie wir konkret helfen können." Zusammen mit Young-Caritas entschlossen sich die Firmlinge, ein Flüchtlingscamp zu unterstützen, das an der Grenze liegt, die zwischen dem Libanon und Syrien verläuft. "Im Libanon lebten einmal sechs Millionen Menschen, vor allem in Beirut", berichtete Manuel Kutz, der beim Caritas-Verband Projekte der Youngcaritas organisiert.

"Heute ist jeder vierte Einwohner ein Flüchtling. Den Flüchtlingen fehlt es in den kalten Wintermonaten an Nahrungsmitteln und Kerosin für Kocher. Am Donnerstagabend kamen 400 Euro für dieses Flüchtlingscamp zusammen. Denn zusätzlich zum Pfandraising zogen die Firmlinge mit Büchsen herum, um Geld zu sammeln. Pastoralreferentin Andrea Huet war zufrieden mit dem Erlös, der etwas niedriger als beim ersten Pfandraising im November in Xanten ausfiel. "Dort haben Schüler der Marienschule Pfandflaschen gesammelt", sagte sie. "Bei 800 Schülern kommt natürlich mehr zusammen, weil alle schon ein paar Flaschen von zuhause mitbringen." Die Firmlinge hätten bei der Aktion nicht nur Flaschen und Geld gesammelt, sondern auch an ihrem Selbstbewusstsein gearbeitet. Peter Niedzwiedz als Vorsitzender des Caritas-Verbandes betonte, eine solche Aktion sensibilisiere die Menschen in Deutschland für die Situation der Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern. "Dort ist mehr Hilfe zu leisten", unterstrich er.

Quelle: RP
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