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Kamp-Lintfort
Fliedner-Haus ist schon jetzt ein Zuhause

Kamp-Lintfort. Nach zwei Jahren Bauzeit ist der Anbau vollendet, der ein architektonisches Zeichen setzt. Am Freitag kamen 120 geladene Gäste zur offiziellen Eröffnung. Heute lädt es zum Tag der offenen Tür ein. Von Peter Gottschlich

"Der Neubau ist ein architektonisches Schmuckstück. Er ist eine Bereicherung." Bürgermeister Christoph Landscheidt sparte gestern nicht mit Lob, als das neue Erweiterungsgebäude des Friederike-Fliedner-Hauses am Vormittag eröffnet wurde. "Der Neubau ist eine Botschaft vis-à-vis der Hochschule", sagte der Kamp-Lintforter Bürgermeister vor rund 120 geladenen Gästen, die zur Feierstunde ins neue Marktcafé im Erdgeschoss gekommen waren.

Der Neubau war auch als architektonisches Zeichen geplant. "Er soll das Tor zur Innenstadt aufwerten", zitierte Geschäftsführer Ralph Simon in seiner Eröffnungsrede die Architekten des Gestaltungsbeirates, die das Äußere beeinflusst hatten.

So nahm Architektin Bibiana Grosser, die dem Duisburger Architekturbüro Druschke und Grosser angehört, Elemente der Backsteinarchitektur auf, die in Kamp-Lintfort in den 20er- und frühen 30er-Jahren prägend war, zum Beispiel bei der Christuskirche und der Niederrheinschule. So ist die Ecke des Gebäudes, die zur Kreuzung von Friedrich-Heinrich-Allee und Ringstraße hin liegt, gerundet, was typisch für Geschäftshäuser dieser Zeit ist.

Das Erdgeschoss ist mit Backsteinen verklinkert, allerdings nicht mit dunkelroten wie in den 1920er-Jahren, sondern mit schwarzen Backsteinen. "Innen wird dieses Gestaltungselement aufgenommen", erklärte Bibiana Grosser gestern bei der Eröffnung. So bestehen die Gänge im Erdgeschosses zum Teil ebenfalls aus diesen schwarzen Backsteinen.

"Gerade im Erdgeschoss ist Backstein nachhaltiger als verputzte Fläche, da sie länger hält", berichtete Frank Meuleneers, der Bauleiter des 3,8-Millionen-Projektes war und dabei von Salomé Wiesenberg unterstützt wurde. Im zweiten, dritten und vierten Geschoss sind die Außenflächen verputzt. Dabei sind die Rechtecke zwischen den Fenstern, die dreifach schallisoliert sind, mit schwarzen Rähmchen verklinkert.

Im Erdgeschoss liegt das Marktcafé, das auch für Nicht-Haus-Bewohner einen Mittagstisch bereithält. Das soll beim Tag der offenen Tür bekannter gemacht werden, zu dem das Friederike-Fliedner-Haus heute einlädt. Außerdem befinden sich dort drei Büros.

In den Etagen darüber liegen jeweils zwölf Zimmer, die 23 Quadratmeter groß sind. Duschen und Toiletten sind behindertengerecht. "Bis 2018 müssen Einrichtungen 80 Prozent Einzelzimmer vorweisen", erläuterte Ralph Simon den Grund für den Anbau, dessen Errichtung knapp zwei Jahre dauerte und der 1900 Quadratmeter umfasst. "Wir hatten 50 Doppelapartments, die bis zu 49 Quadratmeter groß sind", erklärt Simon.

Diese Apartments werden zurzeit umgebaut, die meisten davon in Einzelapartments. Das ist möglich, weil im Laufe des Januars die Bewohner in den Neubau umzogen sind. "Sie fühlen sich hier wohl", erklärte Michael Ziebuhr, der der dem Aufsichtsrat der "Evangelischen Altenpflegeeinrichtung Kamp-Lintfort gemeinnützige GmbH" vorsitzt, der das Friederike-Fliedner-Haus gehört. "Dieses Haus ist schon jetzt ihr Zuhause", erklärte Ziebuhr weiter.

Quelle: RP
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